Neues Entwicklungskonzept für die Innenstadt vorgestellt

Die Rietberger Altstadt hat eine Menge zu bieten und begeistert immer wieder Touristen aus Nah und Fern. Gerade die auch in jüngster Zeit vermehrt sanierten Fachwerkhäuser machen den Charme Rietbergs aus und sind zu einem Wahrzeichen der »Stadt der schönen Giebel« geworden. Und dennoch: Es gibt noch einige Stellen, an denen sich Rietberg weiter aufwerten lässt und attraktiver gestalten lässt. Diese Punkte und mögliche Maßnahmen hat jetzt das Architekturbüro pesch + partner aus Dortmund in dem Entwurf eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes zusammengefasst – abgekürzt ISEK. Vor gut 110 Zuhörern hat Diplom-Ingenieur Andreas Bachmann das Konzept jetzt vorgestellt.

Das vorliegende Entwicklungskonzept knüpft an das Integrierte Handlungskonzept für die Innenstadt aus dem Jahr 2010 an. Es war die Grundlage für die Aufnahme des Sanierungsgebietes »Innenstadt Rietberg« in das Teilprogramm »Städtebaulicher Denkmalschutz« des nordrhein-westfälischen Stadterneuerungsprogramms. Zahlreiche im Handlungskonzept aufgeführte Maßnahmen konnten seitdem mit finanzieller Unterstützung des Landes umgesetzt werden: etwa die Errichtung der Basilika im Bibeldorf, die Skateranlage am Torfweg, die energetische Sanierung der beiden Rathausgebäude und nicht zuletzt die Modernisierung zahlreicher privater Wohngebäude in der Innenstadt.
Gleiches erhoffen sich Bürgermeister Andreas Sunder und der Rat der Stadt Rietberg auch von dem neuen Konzept: Die darin aufgeführten Maßnahmen haben die Chance, aus Städtebaufördermitteln mit oftmals zwei Drittel der Kosten oder mehr bezuschusst zu werden. Sanierungsgebiet ist der historische Stadtkern Rietbergs, aber auch die Bereiche entlang der Ems bis zur Johanneskappelle im Süden beziehungsweise bis zum Bibeldorf im Westen.

Sowohl die Zugänge zur Rathausstraße am Nordtor und am Südtor könnten attraktiver gestaltet werden, so Bachmann während des gut besuchten Infoabends in der Basilika im Bibeldorf. Auf Barrierefreiheit und ein einfacheres Passieren von Rollatoren und Rollstühlen mit weniger Stolperkanten will man künftig mehr Wert legen. Wegen diverser Gestaltung- und Erhaltungsmängel an einzelnen Gebäuden sollte an einem Förderprogramm zur Aufwertung privater Fassaden und Hofanlagen festgehalten werden
Die Nachnutzung leer stehender Gebäude und den Neubau ergänzender Einzelhandelseinrichtungen nimmt das neue Konzept ebenso in den Blick wie die Schaffung einer noch attraktiveren Wegeverbindung vom Bibeldorf zur Altstadt. Genauso gut sollte der Zugang zur Innenstadt aus Richtung Freibad und Gartenschaupark aufgewertet werden – unter Berücksichtigung einer verbesserten Anknüpfung des Klostergartens. Die Erweiterung des Lind Hotels ist nach wie vor ein Thema, ebenso wie ein möglicher Umbau und die Herrichtung der Johanneskapelle.

Die Rathausstraße wollen die Verantwortlichen noch einmal anfassen, und zwar nicht nur was die Aufwertung des Einzelhandels betrifft. Für die Rathausstraße wünschen sich viele Bürger eine bessere Lösung für den gegenläufigen Radverkehr. Das ging aus den Wortmeldungen während des Infoabends hervor. Und: Auch wenn es auf den ersten Blick nicht gleich auffällt, so sind einige Elemente auf der Rathausstraße, wie etwa die Holzeinrahmungen mancher Beete, nach wie vor ein Provisorium. Hier sollte man nun über eine endgültige Lösung nachdenken. „Da steckt noch viel Potenzial“, sagt Andreas Sunder. „Potenzial, das wir gemeinsam mit den Bürgern heben wollen.“ In Werkstattgesprächen will die Stadtverwaltung nach den Sommerferien, voraussichtlich im Herbst, mit interessierten Bürgern diskutieren, ob die genannten Ansätze richtig und vollständig sind.

Bild: Gut 110 interessierte Bürger begrüßte Bürgermeister Andreas Sunder jetzt in der Basilika des Bibeldorfes zu einem Infoabend zur künftigen Innenstadtentwicklung. Foto: Stadt Rietberg

Quell: Stadt Rietberg