Ein Meilenstein zur klimaneutralen Stadtverwaltung

Prima Klima in Rietberg: Dafür soll ein großes Klimaschutzpaket sorgen, für das das Land NRW jetzt Fördergelder in Höhe von 3 Millionen Euro in Aussicht gestellt hat. Unter anderem kann die Stadt Rietberg ihre kommunalen Gebäude im Stadtkern mit einem regenerativen Wärmenetz verbinden, die Cultura und weitere Gebäude energetisch sanieren sowie Elektroautos für den Baubetriebshof und die Kernverwaltung anschaffen. Die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben belaufen sich auf rund 3,8 Millionen Euro, 80 Prozent davon bekäme die Stadt gefördert.

Gerade weil Rietberg in den vergangenen Jahren immer wieder mit verschiedenen Maßnahmen zum Klimaschutz erfolgreich war, hat die Stadt jetzt gute Karten bei dem Projektaufruf »KommunalerKlimaschutz.NRW« des Landes. „Weil sie so kontinuierlich und so erfolgreich im Klimaschutz arbeiten, nimmt die Bezirksregierung ihre Absichten ernst, dieses Feld weiter zu beackern“, erklärte Reiner Tippkötter vom Beratungsbüro »Energielenker« den Mitgliedern im Umwelt- und Klimaausschuss. Die Stadt Rietberg hatte sich das ehrgeizige Ziel einer klimaneutralen Stadtverwaltung bis 2022 gesetzt. Konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung haben die Energielenker zusammen mit der Stadtverwaltung entwickelt und dem Land vorab vorgestellt. Die Projektskizze, der jetzt gute Förderchancen bescheinigt wurden, sieht fünf wichtige Maßnahmenpakete vor:
• Maßnahmenpaket 1: Im Bereich des Schulzentrums soll eine innovative Heizzentrale errichtet werden. Wesentliche Komponenten sind ein Blockheizkraftwerk (BHKW), Holzhackschnitzelkessel, Brennstoffzelle und Power-to-Heat Anlage, um überschüssigen Strom in Wärme umzuwandeln. Mit dieser Heizzentrale sollen jährlich rund 3.200 Megawattstunden Wärme erzeugt werden – so viel wie etwa 1000 Zwei-Personen-Haushalte benötigen.
• Maßnahmenpaket 2: Zur Versorgung der Gebäude der Stadtverwaltung soll ein regeneratives Nahwärmenetz entstehen. Die Heizzentrale am Schulzentrum würde an das Wärmenetz angeschlossen. Über dieses fast eineinhalb Kilometer lange Netz sollen das Schulzentrum, die Cultura, mehrere Verwaltungsgebäude der Stadtverwaltung (unter anderem das Historische Rathaus) und das Freibad mit regenerativer Wärme versorgt werden.
• Maßnahmenpaket 3: Für einen CO2-neutralen Fuhrpark würden fünf Fahrzeuge der Stadtverwaltung durch Elektro-Fahrzeuge ersetzt werden. Zwei davon sind für den Baubetriebshof bestimmt.
• Maßnahmenpaket 4: Im Zuge der energetischen Sanierung städtischer Gebäude inklusive Klimaanpassungsmaßnahmen würde zum Beispiel die Lüftungsanlage der Cultura ausgetauscht und an das Wärmenetz angeschlossen.
• Maßnahmenpaket 5: Ein Steuerungs- und Monitoringsystem soll dabei unterstützen, die Erzeugung und das Netz effizient zu betreiben.

Alle fünf Maßnahmenpakete will die Stadt ernsthaft in Angriff nehmen. Das hat jetzt der Umwelt- und Klimaausschuss dem Stadtrat empfohlen. Ein umfangreicher Förderantrag und die abschließende Zustimmung sind noch abzuwarten. Dann könnten und müssten alle Maßnahmen binnen drei Jahren realisiert werden.
Für Bürgermeister Andreas Sunder, der die Bewerbung vor eineinhalb Jahren auf den Weg gebracht hatte, ist dies „der richtige Schritt, um Energieeffizienz, energetische Gebäudesanierung und Klimaschutz in Rietberg konsequent weiter zu denken. Diese 80-prozentige Förderung ist eine riesen Hilfe auf unserem Weg zur klimaneutralen Stadtverwaltung.“

Quelle: Stadt Rietberg