Zurück in die Geschichte von Gut Rietberg

Zunächst gehen sie die mit hohen Bäumen gesäumte Allee hinauf, überqueren die Ems und stoppen dann vor der eindrucksvollen Vorburg. Der innere Burgplatz ist gut geschützt mit hohen Wällen. Erstmals leitet Gästeführerin Ingrid Wedeking eine Besuchergruppe über das viele hundert Jahre alte Gut, das etwas abseits der Straße liegt und von 50 Hektar Wasserfläche umringt ist. Die einstige Schlossanlage ist bestens erhalten und nach wie vor ein idyllisches Kleinod.

Fachkundig erläutert Wedeking die Geschichte des Grafenhauses Rietberg-Ostfriesland-Kaunitz und des Schlosses. Die ehemalige Grafschaft Rietberg war 1822 an den Kaufmann Friedrich Ludwig Tenge verkauft worden. Er hatte die Domäne mit den Rechten der Gerichtsbarkeit übernommen. Wedeking zieht immer wieder einen Vergleich zum Schloss Rheda, welches ebenfalls an der Ems liegt und vor rund 1000 Jahren gegründet worden ist. Beide – das Schloss Rheda und das heutige Gut Rietberg – waren einst Reichsgrafschaften, fielen an Frankreich, wurden in das Königreich Westphalen eingegliedert und später in das Königreich Preußen einverleibt. Das eigentliche Schloss Rietberg war wegen Baufälligkeit schon 1802/03 abgebrochen worden.

Der spätere Betrieb einer Glashütte und das weit bekannte Gestüt sind inzwischen Geschichte. Extensive Fischzucht mit 25 Teichen, Land-, Forst- und Immobilienwirtschaft kennzeichnen die heutige Nutzung. Ein Spaziergang über das Gutsgelände bis zum Emswehr als letztem Privileg macht das Erlebnis für die zwei Dutzend Gäste komplett. Zum Abschluss besichtigt die Gruppe die Johanneskapelle vor den Toren des Gutshofes. Gräfin Maria Ernestine Franziska von Kaunitz-Rietberg hatte sie zur Verehrung des heiligen Johannes von Nepomuk als Schutzpatron erbauen lassen. Sie gilt heute als bedeutendstes Baudenkmal Rietbergs.

Bild: Gästeführerin Ingrid Wedeking (Mitte) begleitete eine Gruppe über das Gutsgelände. Foto: Stadt Rietberg

Quelle: Stadt Rietberg