Wohin fließt der Regen?

Regenwasserkanäle werden so dimensioniert, dass sie bei durchschnittlichen Regenmengen nur alle fünf Jahre einmal überlaufen. Soweit die Theorie. Wie das in der Praxis aussieht, davon hat sich eine Gruppe Neuntklässler des Rietberger Gymnasiums jetzt auch in der Praxis überzeugt. Der Kursus Umwelttechnik und -politik besuchte jetzt die Großbaustelle an der Bokeler Straße, wo gerade Kanäle verlegt und Regenrückhaltebecken gebaut werden.

Der Wahlpflichtkurs beteiligt sich an dem aktuellen Projekt »Stark im Regen – Rietberger sorgen vor«. Gemeinsam mit dem heimischen Filmemacher Frank Peterschröder bereitet die Gruppe mehrere Videoclips vor, die demnächst die Bürger für dieses wichtige Thema sensibilisieren sollen. Ein aktuell erarbeiteter Entwicklungs- und Schutzplan soll Immobilienbesitzern helfen, Haus und Hof vor immer häufiger auftretenden Starkregen und Hochwassern zu schützen.

Um sich ein Bild von der Niederschlagsbeseitigung zu machen, haben sich die Schüler von Ingenieur Matthias Kindsgrab die Bemessung der Kanalanlagen in dem künftigen Gewerbegebiet an der Bokeler Straße/Tiergartenweg erläutern lassen. Weil dort etwa 80 Prozent der Flächen befestigt werden und der Regen nicht einfach im Boden versickern kann, ist es eine besondere Herausforderung, den Niederschlag abzuleiten. Zwei Regenrückhaltebecken mit einer Fläche von etwa 2000 und 7500 Quadratmetern sowie ein Regenklärbecken entstehen dort. Tiefbauer Dirk Ehlers (Tiefbau Hark) und Kanalplaner Dirk Adams aus der städtischen Tiefbauabteilung gaben weitergehende Erläuterungen. Und immer dabei: Kameramann Stefan Brückner von Peterschröders Filmteam. Denn die Aufnahmen sollen später in den Videoclips verwendet werden.

Die Schüler und ihr Lehrer Thomas Hönemann werden in den kommenden Wochen weiter an dem Thema Hochwasser arbeiten. Parallel dazu sind alle Bürger zu einer Informationsveranstaltung in das Klimaklassenzimmer im Klimapark Rietberg eingeladen: am Dienstag, 30. Mai, wollen die Projektbeteiligten dr. papadakis GmbH, tetraeder.com GmbH und Stadt Rietberg objektorientierte Maßnahmen vorstellen und diskutieren. Ziel ist es, die Bürger darüber zu informieren, wie sie ihr Eigentum vor möglichen Überschwemmungen schützen können. Die Teilnahme an dem Infoabend ist kostenfrei, jedoch wird zur besseren Planung um eine Anmeldung bei Rietbergs Klimaschutzmanagerin Birgit Frerig-Liekhues gebeten. Bitte bis zum 22. Mai per Telefon (05244) 986-279 oder per E-Mail an birgit.frerig-liekhues@stadt-rietberg.de.

Weitere Informationen im Internet unter www.stark-im-regen.de.

Bild: Dirk Ehlers (Tiefbau Hark, blauer Helm) erklärt den Schülern, in welcher Tiefe die Kanäle verlegt werden. Fotos: Stadt Rietberg

Quelle: Stadt Rietberg