Wirtschaftsgespräch beleuchtet Landesentwicklungsplan in Rietberg

Wer künftig nicht nachweisen kann, dass er dringend weitere Gewerbeflächen benötigt, der wird auch keine mehr ausweisen dürfen. Dieses Fazit stand am Ende eines Wirtschaftsgesprächs, zu dem Bürgermeister Andreas Sunder die Gewerbetreibenden der Stadt eingeladen hatte. Diskutiert wurden die Vorgaben zum Flächenverbrauch, die demnächst im Rahmen der Umsetzung des Landesentwicklungsplans (LEP) gelten.

Ziel ist es, so wenige Flächen wie möglich zu verbrauchen. Das bedeutet: Erweiterungen bestehender Unternehmen oder gar Neuansiedlungen werden nicht mehr problemlos möglich sein.

„Wir brauchen Sie und alle anderen Unternehmer – und zwar dringend“, machte Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der Initiative Pro Wirtschaft GT, deutlich. Er betonte, die Firmeninhaber müssten zwingend Bedarfe bei der Stadt Rietberg anmelden. Und zwar auch dann, wenn die aktuell vielleicht noch gar nicht bestehen.

Pförtner sieht den starken Wirtschaftsstandort Kreis Gütersloh durch den LEP gefährdet. Denn der schnürt ein so enges Korsett, dass den Unternehmen die Luft zum Atmen genommen wird. Denn sowohl die Erweiterung bestehender Betriebe als auch die Neuansiedlung von Unternehmen wird nur noch „ausnahmsweise“ (so sieht es der LEP vor) möglich sein.

Dirk Tischmann vom Planungsbüro Tischmann und Schrooten war auf Einladung des Bürgermeisters ebenfalls zum Wirtschaftsgespräch in den Ratssaal des Alten Progymnasiums gekommen. Er hat in den vergangenen Jahren die Entwicklung vieler interkommunaler Gewerbegebiete begleitet. Dieser Zusammenschluss mehrerer Kommunen ist eine Möglichkeit, trotz LEPs noch weitere Flächen darzustellen.

„Rietberg ist gut aufgestellt und hat noch Potenzial“

Der Planer betonte ebenfalls, dass der Nachweis von weiteren Bedarfen künftig die einzige Argumentationsgrundlage sein werde. „Für die Stadtverwaltungen bedeuten die Vorgaben im LEP jede Menge zusätzliche Arbeit. Aber die Kommunen im Kreis Gütersloh sind glücklicherweise extrem flexibel. Sie als Unternehmer sollten das ausnutzen und sich jederzeit an Ihre Verwaltung wenden. Das ist der beste Weg.“

Während einzelne Städte im Kreis Gütersloh schon keine einzige freie Fläche mehr anbieten können, hat Rietberg noch eine Mini-Reserve, wie Bürgermeister Andreas Sunder erläuterte: Ein Rest von 17.000 Quadratmetern steht in Mastholte zur Verfügung, weitere 50.000 Quadratmeter bietet das neu entstandene Gewerbegebiet in Rietberg an der Bokeler Straße/Tiergartenweg.

„Sie sehen, Rietberg ist gut aufgestellt und hat noch jede Menge Potenzial. Damit das weiter ausgeschöpft werden kann, bitte ich Sie alle, sich mit dem Thema Landesentwicklungsplan zu beschäftigen“, appellierte Sunder.

Die Stadt Rietberg hat einen Fragebogen zum Herunterladen auf der Startseite der städtischen Internetpräsenz bereitgestellt. Unter www.rietberg.de ist er zu finden. Er sollte bis spätestens Donnerstag, 30. April, ausgefüllt und per E-Mail an joern.frensemeier@stadt-rietberg.de zurückgeschickt werden.