Türen made in Mastholte – Sunder besucht Grauthoff-Gruppe

Als Heinrich Grauthoff 1956 in seinem Kuhstall damit begonnen hat, die ersten Türen in Handarbeit anzufertigen, konnte er nicht einmal erahnen, mit welcher Geschwindigkeit die Produktion bei der GRAUTHOFF-Türengruppe in Rietberg-Mastholte fast 60 Jahre später abläuft. Das Mastholter Unternehmen zählt zu den Marktführern seiner Branche. Rietbergs Bürgermeister war nun im Unternehmen zu Gast.

Dass die 700 Mitarbeiter starke Firma mit einem Jahresumsatz von 110 Millionen Euro für die Zukunft gerüstet ist, davon konnte sich Bürgermeister Andreas Sunder jetzt bei einem Besuch persönlich überzeugen. „Rietberg kann dankbar sein für ein so erfolgreiches Familienunternehmen. Hier werden wertvolle Arbeitsplätze gesichert und geschaffen“, sagte Andreas Sunder, der von den Brüdern Heinz und Wolfgang Grauthoff durch die Produktion geführt wurde. Sie sind die Söhne des Firmengründers Heinrich Grauthoff und leiten die Türengruppe in zweiter Generation – und das bereits seit 1990.

Holz, Kunststoff und Glas – aus diesen drei Materialien zaubert das Unternehmen jede erdenkliche Tür für Innenräume. Mit den vier eigenen Marken „Astra“, „HGM“, „Licht & Harmonie“ sowie „Bartels“ decken die Mastholter die gesamte Palette vom erschwinglichen Kunststoffexemplar bis zur Luxusklasse ab. Produziert wird in Mastholte und in Güsten in Sachsen-Anhalt, wo GRAUTHOFF aktuell 270 Mitarbeiter beschäftigt.

„Geht nicht – gibt´s nicht“ – so könnte das Motto des Türenherstellers lauten. Denn allein im Bereich Schichtstoff, Holz und Lack können die Kunden aus 120 verschiedenen Oberflächendesigns auswählen. Hinzu kommen die nahezu unendlichen Möglichkeiten zur Gestaltung einer Glastür. Diese Vielfalt – gepaart mit hohen Qualitätsansprüchen – wissen die Kunden zu schätzen. GRAUTHOFF stattet Hotels, Appartements, Häuser und Wohnungen sowie Bürogebäude aus. Das Hauptgeschäft macht die Firma in Deutschland, der Exportanteil liegt bei 15 Prozent.

Wolfgang Grauthoff erklärt die Gründe für diese Verteilung: „Jedes Land hat ganz individuelle Vorschriften und Anforderungen, beispielsweise an Brand- und Schallschutz.“
Ein ganz klares Bekenntnis zum Standort Mastholte war der Erwerb der Gebäude und Flächen der ehemaligen Firma Driftmeier durch die GRAUTHOFF-Gruppe im April 2014. Die Mastholter haben einen zweistelligen Millionenbetrag investiert, um in den leerstehenden Gebäuden, die sich in unmittelbarer Nähe ihres Unternehmens befinden, ein neues Zargenwerk zu schaffen.

10.000 Türrahmen pro Woche made in Mastholte

Ab Sommer werden dort auf einer komplett neu errichteten, hochmodernen Zargenstraße und einer Fläche von 37.000 Quadratmetern 10.000 Türrahmen pro Woche hergestellt. Lange Lieferzeiten gehören damit der Vergangenheit an, denn selbst bei individuellen Produkten vergehen nur noch fünf Tage von der Bestellung bis zur Wunschtür. Als Industrie 4.0 wird diese Form der effizienten Fertigung bezeichnet.

Damit sich das Familienunternehmen im südlichsten Rietberger Stadtteil auch künftig auf gute Mitarbeiter verlassen kann, sind flexible Arbeitszeiten an der Tagesordnung. Bereits zweimal (2009 und 2013) ist die GRAUTHOFF-Türengruppe von der Bertelsmann-Stiftung als familienfreundlich ausgezeichnet worden. „Unsere Mitarbeiter sind unser bestes Kapital. Das ist uns sehr bewusst“, betont Heinz Grauthoff. Auch in die Qualität der Nachwuchsausbildung habe die Firma daher in der Vergangenheit stark investiert. 50 Auszubildende lernen derzeit in Mastholte in neun unterschiedlichen Berufsbildern.

Auch für ihre innovativen Produktideen ist die Firma bereits mehrfach mit dem Preis „TOP 100“ des deutschen Mittelstands ausgezeichnet worden. Und der derzeitige Trend? Der geht ganz klar in eine Richtung, und in die ist weiß. Dieser Farbton macht nach Angaben der Geschäftsführer aktuell 70 Prozent aller Bestellungen aus.

Das Foto zeigt (von links): Geschäftsführer Wolfgang Grauthoff, Bürgermeister Andreas Sunder, Astrid Karweger (Immobilienmanagement der Stadt Rietberg) und Geschäftsführer Heinz Grauthoff. (Foto: Stadt Rietberg)