Tag der Westfälischen Geschichte zu Gast in Rietberg

Am 9. und 10. Mai werden zahlreiche bedeutende Professoren, Doktoren und Historiker von vielen westfälischen Universitäten in Rietberg erwartet. Dann findet im Alten Progymnasium der Tag der Westfälischen Geschichte erstmals in Rietberg statt. Für die Geschichte Westfalens ist dies der prominenteste Termin im Jahr. Allerhand Vorträge aus der und rund um die Historie der Grafschaft Rietberg dürften auch für viele Rietberger von Interesse sein.

Veranstalter des 66. Tages der Westfälischen Geschichte ist der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens in Verbindung mit der Historischen Kommission für Westfalen sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Alle gemeinsam erwarten etwa 100 hochkarätige Gäste aus der regionalen Historiografie. Die Veranstalter hatten sich schon vor drei Jahren ganz bewusst für das historisch bedeutsame Rietberg als Austragungsort entschieden. Bürgermeister Andreas Sunder freut das sehr. Schließlich hat Rietberg viel zu bieten – was die Historie angeht, aber auch aktuell. „Wir als Stadt Rietberg sind gern Gastgeber und ich freue mich auf interessante Vorträge. Für uns ist das auch ein schöner Auftakt zu unseren Jubiläumsfeiern.“ Im September feiert die Stadt Rietberg ihr 725-jähriges Bestehen.

„Wir gehen mit dem Tag der Westfälischen Geschichte gern in mittelgroße Städte, denn dort sind wir willkommen“, sagt Dr. Burkhard Beyer, Geschäftsführer der Historischen Kommission für Westfalen. Er war jetzt zu einem Besuch in Rietberg, um das Programm vorzustellen. „Ein Ort wie Rietberg ist ideal“, so Beyer. Das belegen die schon jetzt mehr als 100 Anmeldungen für den Hauptvortrag am Freitagabend. „Es sind viele Rietberger und Menschen aus der nahen Umgebung darunter“, sagt Dr. Christine Schedensack, Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster.

Am Freitagabend, 9. Mai, wird Dr. Andreas Neuwöhner, Vorsitzender der Abteilung Paderborn des gleichen Vereins, den 66. Tag der Westfälischen Geschichte um 18.30 Uhr im Ratssaal im Alten Progymnasium eröffnen. Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, der ehemalige Präsident des Landesarchivs NRW in Düsseldorf, wird als Vorsitzender der historischen Kommission für Westfalen den Hauptvortrag einleiten: Professor Dr. Alwin Hanschmidt aus Vechta spricht zu »Nach Holland und zum Eisenbahnbau. Wanderarbeit im Amt Rietberg um die Mitte des 19. Jahrhunderts«. Im Anschluss bittet Bürgermeister Andreas Sunder die Tagungsteilnehmer im Ratssaal zu einem Empfang. Interessierte Zuhörer sind herzlich willkommen.

Auch zu den Vorträgen am Samstag, 10. Mai, sind Interessenten im Ratssaal gern gesehen. „Wir wollen die Zuhörer nicht überfrachten und überfordern“, verspricht Schedensack. Jeder Vortrag inklusive Diskussion soll nicht länger als 45 Minuten dauern. „Denn wir wollen nicht nur ein Fachpublikum erreichen. Wir wollen Geschichte zu den Menschen in die Region bringen“, erklärt Dr. Schedensack weiter. „Das ist das Hauptziel des Tages der Westfälischen Geschichte.“ In der ehemaligen Residenzstadt Rietberg handeln viele Vorträge natürlich von Rietberg, aber auch von anderen kleinen Residenzen wie Rheda oder Limburg.

Vorträge „Westfälische Geschichte“ in Rietberg am Freitag

14.00 Uhr Prof. Dr. Wilfried Reininghaus: »Kleine Residenzen in Westfalen«, Einführung
14.15 Uhr Prof. Dr. Peter Johanek: »Die lippischen Residenzen«;
15.00 Uhr Dr. Stephanie Marra: Rheda, Limburg, Steinfurt: Kleine Residenzen im Vergleich«;
16.15 Uhr Dr. Horst Conrad: »Die Residenz Berleburg«.
17.00 Uhr Abschlussdiskussion

Vorträge „Westfälische Geschichte“ in Rietberg am Samstag:

10.45 Uhr Manfred Beine, Leiter des Stadtarchivs Rietberg: »Residenzstadt ohne Hof. Kunst, Kultur und Architektur in Rietberg im 18. Jahrhundert«;
12.00 Uhr Dr. Bernd-W. Linnemeier aus Münster: »Zur Geschichte der Juden in der Grafschaft Rietberg bis zum Ende des Alten Reichs«;
12.45 Uhr Dr. Frank Konersmann, Universität Bielefeld: »Existenzielle Erfahrungen gesellschaftlichen Umbruchs in der ehemaligen Grafschaft Rietberg (1807-1862).