Stadt Rietberg erhält 3,16 Mio. Euro Fördergelder für 2 Projekte

Weihnachten ist erst in gut zwei Wochen. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl hatte aber trotzdem schon ein Geschenk dabei, als sie jetzt in der Stadt Rietberg zu Gast war, und zwar einen Bewilligungsbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) über Fördergelder in Höhe von 3,16 Millionen Euro. Die Finanzspritze aus dem NRW-Städtebauförderungsprogramm 2014 ist für die Attraktivitätssteigerung des Stadtteils Neuenkirchen sowie für die Sanierung des historischen Rathauses und des Verwaltungsgebäudes an der Rügenstraße bestimmt. Für alle Projekte hatte die Politik erfreulicherweise in den jeweiligen Fachausschüssen bereits geschlossen ihre Zustimmung erteilt.

Dass die Zuwendungen nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, sondern das Land sehr genau auswählt, welche Projekte gefördert werden, das machte die Chefin der Bezirksregierung Detmold deutlich: „Es ist Steuergeld der Bürger, das wir hier verwalten und vergeben. Damit gehen wir sehr sorgsam um. In Rietberg sind die Mittel allerdings bestens aufgehoben. Diese Erfahrung habe ich in der Vergangenheit immer wieder gemacht.“

Marianne Thomann-Stahl nutzte bei ihrer Stippvisite die Gelegenheit für einen kurzen Rundgang durch Rietbergs Altstadt und ließ sich zeigen, welche „Hingucker“ in den vorigen Jahren bereits mit Hilfe von Fördergeldern „aufgehübscht“ oder komplett saniert worden sind. Einige Projekte sind dank der Mittel überhaupt erst möglich gemacht worden (Beispiel Skateranlage am Torfweg). Die Regierungspräsidentin betonte, jeder Euro, der im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms ausgezahlt werde, rentiere sich gleich mehrfach, denn: „Ich weiß, dass Sanierungen und Weiterentwicklungen in den Städten fast immer dazu führen, dass die Bürger auch in ihre Privatimmobilien und die Umfeld-Gestaltung vor ihrer eigenen Haustür investieren.“

Bürgermeister Andreas Sunder hatte zwar darauf gehofft, dass der Förderantrag der Stadt Rietberg auf 70-prozentige Bezuschussung der Rathaussanierung und finanzielle Hilfe bei der Weiterentwicklung von Neuenkirchen Erfolg haben wird, dass es so schnell geht, damit hatte er jedoch nicht gerechnet. „So erfreuliche Besuche wie der von Frau Thomann-Stahl würden wir natürlich gern jeden Tage bekommen“, sagte der Bürgermeister scherzhaft.

Barrierefreiheit im Rathaus liegt Rietbergs Bürgermeister am Herzen

Das Geld sei bestens angelegt, betonte auch das Stadtoberhaupt. Das historische Rathaus etwa sei auf dem Stand der 1970er-Jahre. Besonders technisch und energetisch habe es eine Generalüberholung dringend nötig. Außerdem ist das Gebäude nicht barrierefrei, so dass dringend ein Aufzug her muss. Denn der ist heutzutage Standard in Gebäuden der öffentlichen Verwaltung.

Hinzu kommt die Tatsache, dass das Rathaus unter Denkmalschutz steht, die Renovierung also entsprechend aufwändig und teuer ist. Die Gesamtkosten belaufen sich daher auf 1,9 Millionen Euro. Für das gegenüberliegende Verwaltungsgebäude an der Rügenstraße sind die Kosten mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Dank der Förderung vom Land verbleibt für die Stadt lediglich ein Eigenanteil von 30 Prozent. Schon nächstes Jahr wird mit der Planung begonnen, der Startschuss für die Arbeiten fällt voraussichtlich 2016.

Von den 3,16 Millionen Euro fließen 917.000 Euro in den Stadtteil Neuenkirchen. Für das Wapeldorf gibt es bekanntlich ein Integriertes Handlungskonzept, weil der gesamte Ort deutlich aufgewertet werden soll. Die Landesmittel sind für die Neugestaltung des Quartiers „Lange Straße/Gütersloher Straße/Diekamp“ bestimmt. Unter anderem ist geplant, dort Grünflächen anzulegen sowie Fuß- und Radwegeverbindungen zu schaffen.

Das Foto zeigt (von links) Rüdiger Ropinski (Abteilungsleiter Räumliche Planung und Entwicklung), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Matthias Setter (Fachbereichsleiter Bauen), Bürgermeister Andreas Sunder und den Ersten Beigeordneten Dieter Nowak. (Foto: Stadt Rietberg)