Sechs Millionen für schnelleres Internet

Sechs Millionen Euro – einen Förderbescheid über diese hohe Summe hat Bürgermeister Andreas Sunder am Dienstag in Düsseldorf entgegennehmen dürfen. Die Stadt Rietberg hatte sich um diese Fördergelder beworben, damit die Außenbereiche der Stadtteile künftig über eine schnellere Internetverbindung verfügen. Im Rahmen der sogenannten Vectoring-Technologie sollen dann Bandbreiten von bis zu 100 Megabyte pro Sekunde (MB/s) möglich sein.

Gemeinsam mit weiteren Kommunen zählt Rietberg zu den ausgewählten Städten, denen Christina Schulze Föcking, NRW-Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, einen Zuwendungsbescheid überreichte. Die Mittel kommen aus dem NRW-Programm „Ländlicher Raum 2014-2020“. Erstmals wurden jetzt 61 Millionen Euro an elf Kommunen in NRW ausgeschüttet.
„Neben der Anbindung von Wirtschaftsunternehmen dürfen wir den ländlichen Raum nicht vergessen“, sagte Schulze Föcking, die selbst in einem ländlichen Umfeld lebt. „Zum Beispiel die moderne Landwirtschaft wie auch die Telemedizin sind auf schnelle Internetverbindungen angewiesen.“

„Das Thema Breitband ist leider ins Stocken geraten, das gehört zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme dazu“, sagt Bürgermeister Andreas Sunder. „Aber wir bleiben am Ball. Für die 2300 Haushalte im Außenbereich ist die heutige Übergabe der Fördergelder eine sehr gute Perspektive.“ Und weiter: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir den Großteil der Kosten für den Ausbau über diese Förderung abdecken können“, so Verwaltungschef Sunder. Trotz der Millionensumme bleibt für die Stadt Rietberg ein Eigenanteil von 1,3 Millionen Euro.

Die Stadtverwaltung fährt seit Monaten mehrgleisig, was die Versorgung der Haushalte mit zukunftsfähigem Breitband betrifft. Die Außenbereiche können noch nicht über eine Glasfaserleitung bis an die Hauswand erschlossen werden, sondern in einem ersten Schritt über die so genannte Vectoring-Technologie. Das bedeutet: Bestehende Verteilerkästen werden zu diesem Zweck überbaut, beziehungsweise neue aufgestellt. Die Ausschreibung der Maßnahme ist bereits erfolgt und ein Telekommunikationsunternehmen hat dazu ein konkretes Angebot abgegeben. Drei Ausbaugebiete sind vorgesehen, jeweils mit einer zugelassenen Wirtschaftlichkeitslücke von 2,2 Millionen Euro. Die Fertigstellung des Ausbaus in den Außenbereichen muss jetzt innerhalb von 24 Monaten erfolgen.

Die Fördermittel, für die Bürgermeister Andreas Sunder am Dienstag den Zuwendungsbescheid erhalten hat, sollen die Wirtschaftlichkeitslücken decken, die einem Telekommunikationsunternehmen beim Ausbau abseits gelegener Haushalte entstehen. Denn diese Gebiete mit besseren Internetverbindungen zu versorgen, rechnet sich für die Unternehmen im eigenwirtschaftlichen Ausbau nicht. Die Wege, die zwischen den Verteilerkästen und den Haushalten zurückgelegt werden müssen, sind zu lang.

Für viele Haushalte im Rietberger Stadtgebiet, die in den Außenbereichen liegen, wird eine Geschwindigkeit von 50 MB bereits eine deutliche Verbesserung bedeuten. „Etliche sind dort noch mit weniger als einem MB im Schneckentempo unterwegs. Das muss sich zügig ändern“, betont Andreas Sunder.

Bild: Im Beisein von Planungsdezernent Konstantin Plümer von der Bezirksregierung Detmold (rechts im Bild) nahm Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder einen 6 Millionen-Euro schweren Förderbescheid von NRW-Ministerin Christina Schulze Föcking entgegen. Foto: Stadt Rietberg

Quelle: Stadt Rietberg