Schützenfest-Saison zu Ende – Alle Königspaare auf einen Blick

Auf den Kopf 2400 Stunden, bzw. 100 Tage dauerte die Schützenfest-Saison im Rietberger Land 2013. Angefangen mit dem Schützenfest Samstag in Druffel am 18. Mai – bis hin zum Schützenfest-Montag in Varensell am 26. August. Für alle Beteiligten ging dieses tolle und spannende Zeit viel zu schnell vorüber. Mit dem Ende der Saison möchten wir noch einmal einen Überblick über alle Schützenfest, sowie über alle Königspaare 2013 geben.

Überraschungs-König Mario Kohl setzt sich in Druffel gegen fünf Mitbewerber durch

Selten war ein Königsschuss bei der St. Johannes Schützenbruderschaft Druffel so überraschend, wie am Pfingstmontag. Mario Kohl wollte doch eigentlich nur ein bisschen mitschießen, „aber doch nicht so“. Mit Robert Brüggershemke, Dirk Meier, Klaus Schnieder und Thorsten Borgmeier schossen eigentlich vier potenzielle Bewerber um die Königswürde in Druffel – Mario Kohl gehörte eigentlich nicht dazu. Doch mit dem 180. Schuss versetzte er dem Adler überraschenderweise den Gnadestoß und wurde kurzerhand auf die Schultern seiner Kameraden gehievt. Als auch noch Sohn Maiko mit den Worten „Mama steht da hinten und weint“ unter die Vogelstange trat, war die Verwirrung beim neuen Monarschen noch größer.

Doch diese Tränen sollten sich schnell in Freudentränen wandeln. Spätestens bei der Krönung im Festzelt kannte die Freude beim frisch gebackenen Königspaar keine Grenzen mehr. Klasse, dass mit Klaus Schnieder und Thorsten Borgmeier gleich zwei der direkten Konkurrenten spontan mit auf den Kohl-Thron gingen. Kameradschaft eben! Der erste neue Monarch im Rietberger Stadtgebiet war Kohl indes nicht – schließlich waren am Pfingstsonntag bereits das Stadtkönigschießen und das Schießen der Druffeler Jungschützen voran gegangen.

Thomas Hollenbeck & Nadine Erlenkötter - Jungschützenkönigspaar St. Johannes Druffel

Beim Wettbewerb aller amtierenden Könige im Rietberger Stadtgebiet setzte sich der ehemalige Sportschütze und Schützenkönig der St. Hubertus Schützenbruderschaft Neuenkirchen, Frank Ostermann durch. Mit einem gezielten Schuss holte er die Reste aus dem Kugelfang und durfte sich mit Königin Wibke Ostermann über den dritten Stadtkönig aus Neuenkirchen freuen. Im Anschluss an das packende Stadtkönigschießen, lieferten sich die Jungschützen der Druffeler Johannes-Schützen einen nicht minder spannenden Wettkampf. Gleich sechs Königsaspiranten hatten sich das Zeil gesetzt, dem Vogel den Garaus zu machen. Das glückliche Händchen hatte dabei Thomas Hollenbeck, der nun zusammen mit Königin Nadine Erlenkötter die Weißhemden in Druffel regiert.

Freise-Mania in Bokel – Königs- und Jungschützenkönigswürde bleiben in der Familie des Oberst

Anika & Christian Döinghaus - Königspaar St. Hubertus Bokel

Das nennt man mal Punktlandung im Hause von Bokels Oberst Erich Freise: Während Tochter Anika seit dem Bokeler Schützenfest-Montag als neue Königin der St. Hubertus Schützenbruderschaft Bokel grüßt, sicherte sich ihr Bruder André tags zuvor die Würde des Jungschützenkönigswürde im Rietberger Ortsteil. Dass Papa Erich Freise beim großen Vogelschießen auch noch die Krone abschoss, setzte dem ganzen sprichwörtliche selbige auf.

Dass die Freises in Bokel das Schützen-Zepter ganz in ihre Händen nehmen würden, damit hatte wahrlich niemand im Vorfeld gerechnet. Selbst Erich Freise selber war überrascht über die Ereignisse. „André hat erst kurz vor dem Schießen angekündigt, dass er unbedingt mit draufhalten wolle“, so der Oberst am Schützenfest-Montag. Mit dem 142. Schuss krönte er sich und seine neue Mitregentin Stefanie Landwehr zum Jungschützenkönigspaar in Bokel.

André Freise und Stefanie Landwehr - Jungschützenkönigspaar St. Hubertus Bokel

Tags drauf sollten die Freise-Festspiele weitergehen. In einem unglaublich spannenden und mitreißenden Vogelschießen duellierten sich die beiden Kontrahenten Christian Döinghaus und Meinolf Wiemann unter der Vogelstange und hatten dabei vor allem mit einem sehr zähen Adler zu kämpfen. Während die Insignien und auch die Flügel schnell zu Boden gingen – Bürgermeister Andreas Sunder sicherte sich unter anderem mit dem ersten Schuss des Tages den Apfel – präsentierte der Schützenvogel in der Endphase absolutes Stehvermögen.

Erst um kurz nach 13 Uhr und mit dem 159. Schuss gab er dank der von Christian Döinghaus gezielt gesetzten Ladung Blei auf und sank zu Boden. Christian Döinghaus wählte sich seine Lebensgefährtin Anika zur Königin, um ihr kurze Zeit später einen Heiratsantrag zu machen. Nun regieren also Christian und Anika Döinghaus in Bokel – doch der Name Freise schwebt weiterhin im Nachklang über dem Schützenfest in Bokel 2013.

Udo Röhr steigt spontan in den Wettkampf ein und wird Mastholtes König 2013

Udo Röhr & Steffi Giebel - Königspaar St. Jakobus Mastholte

Bereits eine Woche vor dem eigentlichen Schützenfest in Mastholte, feierten die Jakobus-Schützen traditionell ihren Eichensonntag, in dessen Rahmen auch das Jungschützenvogelschießen stattfindet. Gesucht wurde der Nachfolger von Christian Vogt, der sich im Jahr zuvor in einem unterhaltsamen und fairen Wettkampf die Nachwuchs-Königswürde sicherte. Auch im Jahr 2013 hatten sich wieder zahlreiche Jungschützen das Ziel gesetzt, den Adler zu bezwingen – der Titel ging in diesem Jahr aber an den Spielmannszug.

Niklas Schnieder - Jungschützenkönig St. Jakobus Mastholte

Während sich auf dem Schießstand bereits ab Mittag die Anwärter auf die Prinzentitel tummelten, mussten sich die Jungschützen noch ein wenig gedulden. Neue Jugendprinzessin wurde Eva Niermann, neuer Schülerkönig Jan Münstermann. Unter der Vogelstange entwickelte sich im Anschluss ein packender Kampf um die Königswürde, der wohl auch als der „Längste“ in die Geschichte eingehen wird. Exakt 490 Schuss benötigten die Nachwuchs-Schützen, ehe Niklas Schnieder – Mitglied im Spielsmannszug – die Hände jubelnd in die Höhe reißen konnte und unter großem Jubel zum neuen Jungschützenkönig der St. Jakobus Schützenbruderschaft gekrönt wurde.

Auf dem großen Schützenfest am dritten Juni-Wochenende sollte sich erneut ein Kampf unter der Vogelstange entwickeln. Während Marcel Johannesmeier, Christoph Ahrens und Andreas Herbort schon zu Beginn keinen Hehl daraus machten, dem Wappentier die Federn bis zum Schluss rupfen zu wollen, griff Udo Röhr erst in der entscheidenden Phase in das Geschehen ein, um mit dem 250. Schuss seinen Ambitionen in die Tat umzusetzen. Gemeinsam mit Königin Steffie Giebel regiert er nun ein Jahr lang die Mastholter Grünröcke.

Tischler Dirk Settertobulte zerlegt den Adler im Alleingang in seine Bestandteile

Dirk & Claudia Settertobulte - Königspaar St. Hubertus Neuenkirchen

Das einzige Schützenfest im Stadtgebiet, bei dem das Königsschießen am Sonntag und nicht erst am Montag stattfindet, ist das Fest in Neuenkirchen. Im Wapeldorf treten die Jungschützen daher auch schon am Samstag Abend zu ihrem Wettkampf an. Nach dem Umzug des Schützenfestes auf den neuen Platz im Ortskern vor drei Jahren, wurde auch im Jahr 2013 deutlich, dass dieser Schritt genau richtig war, um das Neuenkirchener Schützenfest wieder aus der Versenkung zu holen.

Michael Müller & Nicole Riedel - Jungschützenkönigspaar St. Hubertus Neuenkirchen

Ein deutliches Zeichen, dass seit mehreren Jahren wieder Leben ist in der St. Hubertus Schützenbruderschaft, ist die mittlerweile imposante Größe der Jungschützenabteilung. Auch beim Vogelschießen 2013 durfte man sich deshalb wieder über großes Interesse und zahlreiche Bewerber freuen. Mit Daniel Mertensotto, Michael Müller und Felix Kleemann standen gleich drei Nachwuchs-Schützen bereit, um die Königswürde zu erringen. Michael Müller war es es letztlich, der sich die letzten Reste des Adlers mit dem 468. Schuss sicherte und Nicole Riedel zur Mitregentin erwählte.

Am Sonntag Mittag platzte der Festplatz beim Vogelschießen aus allen Nähten. Besucher aus nah und fern wollten nicht verpassen, wenn der Adler aus dem Kugelfang fliegt und ein neuer König proklamiert wurde. Tischler Dirk Settertobulte ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen und zerlegte den Adler – fachmännisch – in seine Einzelteile, ehe er um Punkt 14 Uhr den goldenen, 245. Schuss abfeuerte, der ihn schlagartig zum neuen Neuenkirchener Schützenkönig beförderte. An seiner Seite regierte Ehefrau und Königin Claudia.

Karnevals-Jeck Mertensmeier rupft den Westerwieher Adler alles andere als humorvoll

Margret & Norbert Mertensmeier - Königspaar St. Laurentius Westerwiehe

Sie sind eigentlich bekannt aus dem Karnevals-Treiben im Hünerdorf. Doch ein Jahr lang haben sich Norbert und Magret „Mäggi“ Mertensmeier auf die Fahne geschrieben, ihre Karnevals-Affinität ins Schützenwesen zu übertragen.

Dennis Johannleweling - Jungschützenkönig St. Laurentius Westerwiehe

Nach gerade einmal 32 Minuten und ohne Schießpause gewann der 54-jährige den Wettkampf unter der Vogelstange gegen Hubert Holtkamp, der als einziger Konkurrent dem karnevalistischen Thron hätte einen Strich durch die Rechnung machen können. Doch mit dem 168. Schuss entschied „Bümmel“ das Schießen für sich und sorgte für ausgelassenen Jubel auf dem Festplatz.

Der entbrannte bereits am Sonntag Nachmittag, als das Jungschützen-Vogelschießen in die entscheidende Phase ging. Gleich sechs Weißhemden lieferten sich einen packenden Wettlauf um die Königswürde der St. Laurentius Schützenbruderschaft.

Als strahlender Sieger ging dabei der 24-jährige Dennis Johannleweling hervor, der unter den Klängen der Westerwieher Musikfreunde auf den Schultern ins Zelt getragen wurde.

Stellv. Gilde-Chef Stefan Kay erfüllt sich einen langersehnten Traum und wird König 2013

Stefan & Petra Kay - Königspaar St. Hubertus Rietberg

Gleich drei Schießen standen am zweiten August-Wochenende beim Schützenfest der St. Hubertus Schützengilde Rietberg auf dem Programm. Neben dem Jungschützenvogelschießen und dem großen Vogelschießen am Montag Morgen, stand am Sonntag Abend auch ein Jubiläumsschießen auf dem Plan. 40 Jahre war es nämlich her, dass in Rietberg der erste Jungschützenkönig ermittelt wurde – damals regierte Clemens Meyer als erste Nachwuchs-Monarch der Gilde.

Markus Brand & Anna-Lena Pietzonka - Jungschützenkönigspaar St. Hubertus Rietberg

Vor dem Jubiläums-Schießen traten die Weißhemden der St. Hubertus Schützengilde zu ihrem Vogelschießen unter der Vogelstange an und sollten mit einem Rekord-Ergebnis auf sich warten lassen. Stattliche 608 Schuss waren von Nöten, ehe Markus Brand die Hände in den Himmel reißen durfte. Er duellierte sich mit drei Kontrahenten um den Titel und entschied ihn nach einem langen Schießen. Ihm zur Seite steht Köngin Anna-Lena Pietzonka. Das König der Jungschützenkönige Schießen im Anschluss entschied Siegfried Neumann für sich.

Zum absoluten Highlight des Rietberger Schützenfestes 2013 brannte die Sonne über dem Schützenplatz an den Teichwiesen und hob das Vogelschießen um die Nachfolge von Günter und Manuela Kammermann ins rechte Licht. 2007 hatte sich der Statmmtisch „Die Viktorianer“ das Zeil gesetzt, 2013 den Vogel in Rietberg zu erlegen. Teil dieses Stammtisches ist auch der zweite Vorsitzende Stefan Kay, der letztlich als einziger Anwärter dieser Gemeinschaft, aber gemeinsam mit seinen Kameraden, dem Vogel den Garaus machte. Mit dem 435. Schuss erfüllte sich der Vize-Chef der Gilde seinen Traum und regiert nun ein Jahr lang mit Ehefrau Petra die Rietberger Grünröcke.

Zweiter Tambourmajor vom Spielmannszug regiert Klosterdorf

Ulrike & Ulrich Humann - Königspaar St. Benediktus Varensell

Erstmals in der Geschichte der St. Benediktus Schützenbruderschaft Varensell, tragen König und die Herren des Throngefolges nicht wie gewohnt die grünen Schützenjacken, sondern blau. Denn der neue König im Klosterdorf wurde am vierten August-Wochenend kein geringer als der zweite Tambourmajor vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen, Ulrich Human, der zusammen mit Ehefrau Ulrike das Zepter schwingen darf.

Jens Diekmann & Jennifer Smith - Jungschützenkönigspaar St. Benediktus Varensell

Bereits im Vorjahr war Human am Montag Mittag mit dem Vorhaben unter die Vogelstange getreten, den Vogel aus seinem Nest zu schießen. Doch Kaiser Ulrich Pollmüller war ihm zuvor gekommen. Der zweite Versuch beim Varenseller Schützenfest 2013 saß aber und so ließ Ulli Humann seinem Jubel freien Lauf. Doch auch beim zweiten Anlauf hätte er erneut den Kürzeren ziehen können, denn mit Hugo Zander hatte er einen ernsthaften Konkurrenten am Gewehr, der die Nervosität des neuen Monarchens beim Schießen deutlich ansteigen ließ.

Ebenso angespannt war die Stimmung bei den sechs Kandidaten, die sich am Sonntag-Abend um die Jungschützenkönigs-Würde und die Nachfolge von Jan Holznienkemper stritten. Das glückliche Händchen bewies dabei Jens Diekmann, der es mit dem 240. Schuss seinem guten Kumpel Markus Brand nachtat, der zwei Wochen zuvor in Rietberg Jungschützenkönig wurde. An der Seite von Jens Diekmann regiert die Rietbergerin Jennifer Smith, die sich nicht minder über den Königsschuss freute, als ihr König.