Schnelles Netz – Stadt Rietberg erhält Förderzusage für Breitband-Ausbau

„Das ist nochmal ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Bürger in Bokel, Druffel und Westerwiehe.“ So kommentiert Bürgermeister Andreas Sunder die jetzt erteilte Förderzusage für den Ausbau der Internetversorgung in den drei Stadtteilen. Noch kurz vor dem Weihnachtsfest ist der Förderbescheid der Bezirksregierung Detmold ins Rathaus geflattert. Für Andreas Sunder ist damit ein Ziel erreicht, das er sich bereits vor der Bürgermeisterwahl vor mehr als zwei Jahren gesetzt hatte.

„Die Förderzusage soll nun zügig in eine Auftragsvergabe münden“, verspricht Rietbergers erster Bürger und hat diese Entscheidung gleich auf die Tagesordnung einer Sondersitzung des Stadtrates am 29. Januar gesetzt. Den Auftrag soll die Deutsche Telekom bekommen, die den Ausbau als leitungsgebundene Variante in der VDSL-Technik durchführen wird. Die Stadt Rietberg ist bereit, eine Finanzierungslücke der Telekom zu schließen, die den Ausbau dann kostendeckend durchführen kann. Der 75 prozentige Zuschuss aus Landes- und EU-Mitteln in Höhe von rund 172.000 Euro wird diese Deckungslücke füllen.

Für die Bürger in Bokel, Druffel und Westerwiehe – das sind die Ortsteile mit den nachgewiesenen schlechtesten Übertragungsraten – bedeutet das eine drastische Verbesserung, was die Internetgeschwindigkeit angeht. „Wir werden zwar nicht jede einzelne Hofstelle erreichen können“, bedauert Andreas Sunder, „aber mindestens 97 Prozent aller Anschlüsse in den drei Stadtteilen werden eine so deutliche Verbesserung erfahren, dass sie mit mindestens 6 Mbit/s surfen können.“ Aktuell sind in vielen Bereichen nicht einmal 1 Mbit/s möglich.

Fast 80 Prozent aller Haushalte können sogar mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 25 bis 50 Mbit/s rechnen. „Dass wir in Bokel, Druffel und Westerwiehe einmal über das Internet fernsehen kann, habe ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt“, ist Stadtoberhaupt Sunder begeistert. Seit Amtsantritt hatte Rietbergs Bürgermeister dieses Thema zur Chefsache erklärt. Und das mit Erfolg.

Fertigstellung bis Weihnachten 2015 ist realistisch

In der Praxis wird es so sein, dass im neuen Jahr von den Hauptverteilern in Rietberg aus Glasfaserkabel bis zu den Kabelverzweigern in den Ortsteilen verlegt werden müssen. Diese vielen bekannten grauen Kästen werden dann aufgerüstet. „Eine Fertigstellung der drei Ortsteile bis Weihnachten 2015 ist realistisch“, heißt es von Seiten der Telekom. Die bietet auch weiterhin einen offenen Netzzugang an, so dass die Nutzer ihren Internetanbieter nach wie vor frei wählen können.

Für die Bürger ändert sich aus baulicher Sicht nichts: Sie empfangen ihre Internetsignale weiterhin über die Telefonleitung. In Sachen Geschwindigkeit aber wird sich so einiges ändern. Dann ist Schluss mit dem Schneckentempo.

Gleichwohl sieht Andreas Sunder diesen Fortschritt nur als Zwischenlösung. „Der flächendeckende Internetausbau im gesamten Stadtgebiet Rietberg bleibt eine Daueraufgabe, der wir uns in den nächsten Jahren stellen wollen. Für mich ist eine schnelle Internetanbindung eine Form der Daseinsvorsorge, so wie Strom, Wasser und Gas, auch wenn es dafür keinen gesetzlichen Anspruch gibt. Das gilt insbesondere für unsere starken Wirtschaftsunternehmen.“

„Meine Vorstellungen von schnellem Internet gehen noch weiter“, glaubt Andreas Sunder. „Die Zukunft liegt im Glasfaserkabel.“ Deshalb arbeitet die Stadt Rietberg gemeinsam mit dem Kreis Gütersloh an einem Masterplan Breitband, um weitere Verbesserungen im gesamten Stadtgebiet zu erwirken.

Das Foto zeigt Matthias Setter, Fachbereichsleiter Bauen, Bürgermeister Andreas Sunder und Rüdiger Ropinski aus der städtischen Abteilung Räumliche Planung (von links), die bereits demonstrieren, dass sie dank der Förderbescheids künftig schneller werden surfen können. (Foto: Stadt Rietberg)