Rietberger Kaffee-Sommelier kreiert Jubiläums-Röstung

Mit einem lauten Rauschen rieseln die braunen Bohnen wie Kieselsteinchen in das Kühlsieb. Mit den Bohnen strömt Wärme aus dem Trommelröster und sogleich verbreitet sich ein besonderes Aroma im Raum. Hier, in der Kaffeerösterei EOS, wird gerade die erste Röstmischung für den neuen Rietberger Jubiläums-Kaffee fertig. Dies ist der Beitrag von Kaffee-Sommelier Walter Gieffers zur 725-Jahr-Feier der Stadt Rietberg.

Eine Röstmischung, also ein Kaffee aus verschiedenen Bohnen, hatte die EOS-Kaffeerösterei in Neuenkirchen lange nicht im Angebot. „Und ich wollte etwas mit Bezug zu Rietberg machen“, erzählt Gieffers. Das große Stadtjubiläum – gefeiert wird vom 12. bis 14. September – ist da genau der richtige Anlass. Für den richtigen Geschmack des Jubiläums-Kaffee hat Walter Gieffers mehrere Wochen getüftelt und probiert, bis er die richtige Mischen beisammen hatte: „Äthiopische Bohnen, also aus dem Ursprungsland des Kaffees, aus dem Hochland Sidamo, gehören dazu“, beginnt Gieffers die Aufzählung.

Indischer Monsun-Kaffee und Bohnen vom Hochland auf Sumatra machen die Mischung komplett. Ausreichend lange und bei der richtigen Temperatur geröstet kommt der neue Rietberger Jubiläums-Kaffee heraus. „Vollmundig und kräftig im Geschmack, mit einem schön würzigen Aroma“ – so beschreibt Gieffers die Besonderheit seiner neuen Kreation.725Jahre_StadtRietberg

Jubiläums-Kaffee röstet 25 Minuten

Die Dauer und die Temperatur – das sind die Stellschrauben, um beim Rösten den richtigen Geschmack zu erzielen. „Je länger ich röste, desto mehr Säure verlieren die Bohnen“, erklärt Gieffers, „und desto besser entfaltet sich das Aroma.“ Aussehen, Farbe und Größe der Bohnen spielen eine weitere Rolle. Auch am Knacken der Bohnen kann Fachmann Gieffers erkennen, welche Aromen, Säure und Geschmack der Kaffee später haben wird. Die Bohnen für den Rietberger Jubiläums-Kaffee werden etwa 25 Minuten geröstet. „Deshalb ist der Kaffee sehr säurearm“, weiß Gieffers. „Dabei spreche ich aber nicht von der bitteren Säure. Eine feine, leichte Säure gehört zum Kaffee dazu.“

Mit Schwung und Dampf prasseln die fertig gerösteten Kaffeebohnen aus der Rösttrommel auf das Kühlsieb.

Mit Schwung und Dampf prasseln die fertig gerösteten Kaffeebohnen aus der Rösttrommel auf das Kühlsieb.

Wenn die Bohnen aus der Rösttrommel auf das Sieb schießen, werden sie noch fünf Minuten mit kühler Luft getrocknet, anschließend handverlesen. Denn manchmal sind auch kleine Steinchen in den Kaffeesäcken gelandet. Und die müssen aussortiert werden. Und noch einen Tag bleiben die Bohnen stehen, bevor sie fertig sind zum verpacken und verkaufen. Eigentlich ist Walter Gieffers gelernter Diplom-Betriebswirt. Betriebliche Gründe zwangen ihn, sich beruflich umzuorientieren.

Am Ersten Österreichischen Institut für Kaffeeexperten-Ausbildung hat er sich in Wien zu einem eben solchen ausbilden lassen. Die Fortbildung zum Diplom-Kaffee-Sommelier folgte. Und Gieffers ist nach wie vor begeistert. Der 60-Jährige geht völlig auf in seiner neuen Aufgabe.

Kaffee-Trinken mit dem Bürgermeister

Seit sechs Jahren ist er mit seiner Kaffeerösterei an der Gütersloher Straße in Neuenkirchen selbstständig. Natürlich trinkt er selbst auch gern Kaffee. „Eine Lieblingssorte habe ich aber nicht“, verrät Gieffers. Espresso trinkt er ebenso gern wie Cappuccino oder den Rietberger Jubiläums-Kaffee. Den gibt es seit Anfang Juli in der Kaffeerösterei EOS. Der Öffentlichkeit vorgestellt wird der Kaffee am Freitag, 4. Juli, im Herzen der Stadt: auf dem Rietberger Wochenmarkt.

Dort laden Bürgermeister Andreas Sunder und die Ortsvorsteher ab 14.30 Uhr zum Plausch bei einer Tasse Kaffee ein – einer Tasse Rietberger Jubiläums-Kaffee. Den bekommen alle Rietberger spätestens beim großen Stadtbürgerfest serviert: Für OWLs längste Kaffeetafel, am 12. September mitten auf der Rathausstraße, spendiert die EOS Kaffeerösterei den Filterkaffee.