Reges Interesse an Einkaufszentrum Westerwieher Straße

Eine angeregte und anregende Diskussion führten zahlreiche interessierte Bürger jetzt mit den Mitarbeitern der städtischen Abteilung Räumliche Planung. In einer vorgezogenen Bürgerinformation stellten Fachleute die Neu- und Umbaupläne für die Einkaufsmärkte an der Westerwieher Straße vor – und nahmen so manche Anregung mit.

Rund 80 Zuhörer waren in den Ratssaal gekommen, was Marc Föhrer vom Büro Stadt + Handel in Dortmund schon zu Beginn sehr positiv stimmte: „In anderen Städten ist das Interesse viel geringer“, so der Fachmann, der den Entwurf zur Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes präsentierte. Er machte deutlich, dass Rietberg derzeit Chancen verstreichen lasse, weil viele Menschen außerhalb der Stadt einkaufen – und damit eine Menge Kaufkraft abfließe. „Als Mittelzentrum hat Rietberg eigentlich die Aufgabe, auch die Nachbarorte zu versorgen. Doch kann Rietberg nicht mal sich selbst versorgen“, so Föhrer.

Es gebe zu wenig Verkaufsfläche im Stadtgebiet. Und der Trend zeigt nach unten. Das überarbeitete Einzelhandelskonzept soll nun helfen, Rietbergs Funktion als Mittelzentrum zu stärken. Die Idee des City-Outlet-Centers ist ein Weg dahin. Aber auch unabhängig davon zeigte Föhrer weitere Potentiale auf: Eine andere Methode ist der gezielte Ausbau des Einzelhandels an der Westerwieher Straße: Das E-Center möchte umbauen, gegenüber möchte Aldi einen neuen Markt bauen. „Dort soll aber keine zweite Innenstadt entstehen“, stellte Föhrer gleich klar. Nur Sortimente mit Potential sollen erlaubt sein.

Bevor überhaupt das offizielle Bauleitplanverfahren beginnt, stellte Stadtplaner Werner von Beeren vom Planungsbüro Tischmann Schrooten die ersten Entwürfe zu den Bebauungsplanänderungen an der Westerwieher Straße vor:

  • Gegenüber der Einmündung der Straße Oesternforth-West auf die Westerwieher Straße soll ein neuer Aldi-Markt mit 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche und 96 Pkw-Stellplätzen entstehen. Der Fußweg, der bisher hinter dem Grundstück entlang läuft, wird überplant. Ersatzweise soll der Weg künftig westlich des Neubaus gerade auf die Westerwieher Straße zulaufen. Diverse Gutachten sind derzeit in Arbeit, um die Auswirkungen von u.a. Lärm und Niederschlag für die Nachbargrundstücke so gering wie möglich zu halten.
  • Das E-Center auf der nördlichen Straßenseite soll baulich angepasst werden. Vor allem aber soll an der östlichen Grundstücksgrenze, zur Straße Oesternforth-West hin, auf der Fläche des jetzigen Parkplatzes, ein Neubau entstehen: für drei Fachmärkte (für Schuhe, Bekleidung, Sportartikel) à maximal 500 Quadratmeter im Erdgeschoss, Büros und Praxen im Obergeschoss, sowie eine Tiefgarage.

Der Zulieferverkehr soll über die Westerwieher Straße erfolgen, auf der zudem eine eigene Abbiegespur entsteht, so dass auf die Wohngebiete im Norden keine zusätzliche Belastung zukommt, erklärte Matthias Setter, Fachbereichsleiter Bauen im Rathaus, auf Nachfrage. Der Schutzstreifen für Radfahrer soll möglichst erhalten bleiben. Die Anregung, zumindest für Radfahrer und Fußgänger eine Zuwegung aus Richtung der Stennerlandstraße zu schaffen, nahm er wohlwollend auf.

Für beide Projekte gilt: Wegen möglicher Folgen eines Hochwassers müssten sich Nachbarn keine Sorgen machen: „Der Bauherr muss selbst für genügend Rückhaltefläche auf dem Grundstück sorgen. Den Nachbarn dürfen keine Nachteile unter Erhaltung des Status quo entstehen.“

Um diesen zentralen Versorgungsbereichs an der Westerwieher Straße weiter zu stärken, will sich die Stadtverwaltung bemühen, an geeigneter Stelle auch eine Bushaltestelle für den Linienverkehr einzurichten.

Rüdiger Ropinski, Leiter der Abteilung Räumliche Planung bei der Stadtverwaltung, ermunterte alle Zuhörer, ihre Anregungen und Einwände auch dann schriftlich vorzubringen, wenn das eigentliche Bauleitverfahren beginnt und damit die offizielle frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Nur dann wird jeder Punkt auch in den politischen Gremien behandelt.

  • Die Einsichtnahme zur Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts ist vom 3. Juli bis zum 25. August.

Die Termine für die zwei Bebauungsplanänderungen werden noch bekannt gegeben.

Die Mitarbeiter der Abteilung Räumliche Planung sind bei Fragen und Anregungen gern behilflich: Telefon (05244) 986-273.

Bild: Großes Interesse. Der Ratssaal im Alten Progymnasium war voll besetzt, als die Pläne zur Stärkung des zentralen Versorgungsbereichs an der Westerwieher Straße vorgestellt wurden. Foto: Stadt Rietberg

Quelle: Stadt Rietberg