Neue Bürgerbänke für spontane Fahrgemeinschaften

Wenn keine öffentlichen Busse fahren und auch der mehrfach gewünschte Bürgerbus nicht realisiert werden kann, dann helfen sich die Menschen in Westerwiehe selbst: Sie stellen Bürgerbänke auf. Diese neue Initiative will das »Trampen im Sitzen« etablieren.

Immer mehr Menschen sind immer weniger mobil. Wer insbesondere in den kleineren Stadtteilen kein eigenes Auto hat, hat es schwer, zum Einkaufen oder Arztbesuch in die Stadt zu gelangen. Die neuen Bürgerbänke vor der Gaststätte Grönnebaum und dem Fliesenfachgeschäft Stahlberg sollen als zentrale Mitfahrstationen in Westerwiehe dienen: Wer sich dort auf einer der Sitzbänke niederlässt, kann mit einem dort montierten Schild signalisieren, dass er oder sie nach Rietberg oder Neuenkirchen mitfahren möchte. Vorbeifahrende Pkw-Fahrer sind aufgefordert, anzuhalten und die wartenden Mitbürger mitzunehmen.

Zugleich sind in Rietberg – gegenüber dem Elli-Center sowie vor dem LVM-Büro Hemmersmeier – weitere Mitfahrerbänke aufgestellt, damit es auch in Rietberg zentrale Stellen gibt, von denen aus man mit- und nach Westerwiehe zurück fahren kann.

„Das sind einfache Sammelpunkte, an denen sich spontane Fahrgemeinschaften bilden können“, sagt Anja Rodenbeck. Die Unternehmerin und Vorsitzende der CDU in Westerwiehe hatte den Anstoß zu den neuen Bürgerbänken gegeben. In ihrem Ortsteil stieß sie auf viele offene Ohren und fand bei der Realisierung schnell Unterstützung auf Westerwieher wie auch auf Rietberger Seite. Aus dem Ortsbildverschönerungstopf der Stadtkasse gab es einen vierstelligen Zuschuss für die Materialkosten.

Ausdrücklich bedankte sich Rodenbeck bei der Einweihung jetzt bei den Familien Ebbert, Stahlberg, Rieländer und Hemmersmeier, auf deren Grundstücken die Bänke so unkompliziert aufgestellt werden durften.

„Für den Ort Westerwiehe ist dieses Projekt eine schöne Wertsteigerung und sorgt für eine bessere Verbindung der Ortsteile untereinander“, freut sich Bürgermeister Andreas Sunder. Denn die Bänke in Westerwiehe und Rietberg sollen – wenn es nach den Initiatoren geht – erst der erste Schritt sein. „Ich würde mich freuen, wenn wir Nachahmer in den anderen Stadtteilen finden“, fügte Anja Rodenbeck an. Denn in Varensell, Druffel & Co. ist es um die Mobilität ähnlich bestellt wie in Westerwiehe.

Bild: Dirk Ehlers aus Rietberg, Anja Rodenbeck aus Westerwiehe und Bürgermeister Andreas Sunder (von rechts) schauen Anita Ebbert (links) und Elisabeth Stahlberg beim Probesitzen über die Schulter. Als Wunschziel haben sie Rietberg signalisiert. Foto: Stadt Rietberg