Michael III. Isenborth und Sonja I. Stücker grüßen als neues Prinzenpaar in Rietberg


Das erste neue Prinzenpaar im Rietberger Stadtgebiet der Session 2013 steht fest: Am Freitag Abend proklamierte die Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg (GKGR) auf der feierlichen Proklamationssitzung Michael III. Isenborth und Sonja I. Stücker zum neuen Prinzenpaar. Eingebettet war die Proklamation in eine zwar lange, aber keinesfalls langweilige Karnevalssitzung mit tollen Tänzen, klasse Wortbeiträgen und jeder Menge spitzzüngiger Pointen in alle Richtungen.

Eines muss man dem Vorstand der GKGR einfach lassen – es kann noch so viel spekuliert werden, aber am Ende kommt es immer anders als man denkt. Auch in diesem Jahr fielen wieder zahlreiche Namen möglicher Prinzenpaar-Anwärter, doch die richtigen hatte mal wieder niemand auf der Rechnung. Und so sprach Präsident Robert Junkerkalefeld zurecht vom „bestgehütetsten Geheimnis der Stadt Rietberg“. Gegen 21.35 Uhr lüftete man dann aber das Geheimnis und präsentierte der wartende Narrenscharr in der wieder mal ausverkauften Schulaula das neue Prinzenpaar in Rietberg.

Der 36-jährige Prinz ist von Beruf Altenpfleger und arbeitet, trotz Wohnsitz in Rietberg „Am Blumenkamp“, im benachbarten Langenberg. Neben dem Karneval, dem er sowohl schon auf der großen Bühne, als auch beim KFD-Karneval vertraut ist, ist Prinz Michael III. vor allem auch in der Kolpingfamilie Rietberg aktiv. Nach langen Jahren als Kolpingjugend-Leiter, ist er mittlerweile zweiter Vorsitzender des Vereins. Darüber hinaus kennen ihn die Rietberger als jahrelangen Messdiener der St. Johannes Baptist Gemeinde und als Mitglied im Pfarrgemeinderat im Pastoralverbund Süd.

An seiner Seite regiert nun ein Jahr lang Prinzessin Sonja I. Stücker, die sich ebenso sichtlich über ihr Amt freute, wie Prinz Michael. Sonja I. ist 35 Jahre alt und arbeitet als Groß- und Außenhandelskauffrau bei der Firma Knaup Geflügel in Rietberg-Druffel. Sie ist aber nicht nur dem Karneval stark verbunden, sondern auch im „Sommerkarneval“ der Rietberger Schützen aktiv. Seit Jahren ist sie aktives Mitglied der Damenkompanie des Vereins. Ebenso wie Prinz Michael, ist Prinzessin Sonja eine Größe in der Rietberger Kolpingfamilie. Mittlerweile gehört auch sie zum Kolping-Vorstand.

Dass die beiden nicht nur sau-beliebt, sondern auch einfach genau die Richtigen für diese Position im Karneval sind, zeigte ihre humorvolle und vor allem einfach mal andere Antrittsrede. Weder Themen der Politik, noch Aufreger der letzten Jahre, sondern eher der Weg von der Frage „Habt Ihr Lust unser Prinzenpaar zu sein?“ bis zur Proklamation zum Prinzenpaar in Rietberg. Prinz Michael stellte aber sogleich klar: „Karnevalsprinz war eigentlich nie mein Traum. Lieber wollte ich Weihbischof werden“, so der frisch gebackene Karnevalsprinz der GKGR. Dort gebe es aber genau ein Problem: Das Zölibat.

Diese Verse nahm auch Ludger Oesterwiemann der Rietberger Jäger auf und sang mit inbrünstiger Stimme „Ich wör `su jän ens Weihbischof“ und stellte mit dieser grandiosen Einlage nicht nur das Original von „Bläck Fööss“ in den Schatten, sondern sorgte für erneut Standing Ovations in der Aula. Zurecht! Eine Einlage, die er nach unserer Meinung beim Konzert der „Bläck Fööss“ im Juni im Gartenschaupark wiederholen sollte. Gepaart mit einer selbstironischen Bildschirmpräsentation mit lustigen Fotos des neuen Prinzenpaares war dieser Auftritt einer der großen Highlights des Abends.

Eine wahre Überraschung erlebte das Publikum und das scheidende Prinzenpaar Werner und Eimaer, als die eigentlich erst für Samstag Abend angekündigten Stargäste Leopold und Wadowski die Bühne stürmten und kurzerhand „Las Vegas“ als Bordell nach Druffel verlegten. Mit viel Wortwitz sangen sich die beiden Ausnahmekünstler in die Karnevals-Herzen der Besucher, vor allem aber in die von Werner und Eimaer die sich ziemlich überrascht und gerührt für den tollen Auftritt bedankten. Die Verantwortlichen der GKGR hatten dieses Arrangement kurzerhand eingestielt.

Weitere Highlights waren die wie immer überragenden Tanzgarden der Grafschaftler – sowohl die „Grafspatzen“, „Turmfalken“, „Schlossgeister“, „Emshüpfer“, als auch die „Rietberger Prinzengarde“ sorgten für Jubelstürme bei ihren Auftritten. Klasse in diesem Jahr der Auftritt von „potsch!“. Vor allem Thorsten Kapp in seiner Paraderolle als Horst Schlemmer brillierte und sollte damit sogar Hape Kerkeling übertroffen haben. In Form der Rudi Carell-Show „Lass dich überraschen“ überraschte die gesamte Gruppe das Publikum mit einem vielleicht etwas zu langen, aber urkomischen Auftritt.

Sowohl die „Mini-Entchen“, als auch die „Küken“ zeigten in ihren Auftritten, dass sie nach ihrer aktiven Tanzkarriere nun endgültig in ihrem neue Element angekommen sind. Während die „Entchen“ zusammen mit dem Mobilen-Wurst-Kommando Axel Lerche über die Themen der Stadt philosophierten, sorgten die „Küken“ mit einer nicht öffentlichen Ratssitzung im Format „Dinner for one“ ebenfalls für ein Highlight des Abends, spätestens dann, als „Super-Sunder“ auf die Bühne geflogen kam.

Kurzum: Auch wenn die Sitzung fast sechs Stunden lief, war es eine klasse Sitzung, an der wirklich garnichts fehlte. Fehlen wird ab sofort der neue Präsident Robert Junkerkarneval (-kalefeld) als Sitzungspräsident, denn im kommenden Jahr wird jemand anderes durch das Programm führen – eine Entscheidung sei hier aber noch nicht gefallen. Gerüchteweise sollen aber Marco Talarico und Manuel Kaiser, die in den vergangenen Jahren schon ihr Talent unter Beweis stellten, diese Position übernehmen. Ebenfalls zum letzten Mal aktiv war Michael Wieland, der nach mehr als fünfzehn Jahren sein Amt als „Regisseur“ der Sitzung abgab.

Dennoch kann man davon ausgehen, dass man auch im kommenden Jahr eine tolle Sitzung auf das Parkett zaubern wird. Denn die Zutaten für eine erfolgreiche Sitzungs-Suppe sind in diesem Jahr noch deutlicher heraus gekommen, als in den Jahren zuvor. Vor der Zukunft muss man sich bei der GKGR also keine Sorgen machen.

Weitere Fotos gibt es unter www.karneval-rietberg.de!