Mehr als Altar und Kruzifix

„Es lohnt sich zu warten auf die Dinge, die er macht.“ Mit diesem Satz hatte Diözesanbaumeister Dr. Peter Ruhnau in der Vergangenheit so manchen Auftraggeber vertröstet. Und gleiches gilt auch für die Rietberger Öffentlichkeit, die lange auf die Ausstellung »Sakrale Kunst. Werke aus über 50 Jahren« warten musste. Diese Werke von Johannes Niemeier sind jetzt erstmals im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch zu sehen.

Unter großer Anteilnahme ist die Ausstellung mit zahlreichen Entwürfen, Modellen und Skulpturen des in Druffel lebenden Künstlers jetzt eröffnet worden. Vor rund 150 Gästen würdigten Autor Dr. Peter Ruhnau, stellvertretender Bürgermeister Werner Bohnenkamp, Sparkassenstiftungs-Vorsitzender Heinz Hüning und Museumsleiter Thorsten Austermann die sakralen wie auch nicht kirchlichen Arbeiten des Künstlers, der eigentlich immer nur Bildschnitzer werden wollte und sich selbst nicht als Künstler sieht. Bescheidenheit ist jene Eigenschaft, die den 85-Jährigen am stärksten charakterisiert. Auch deshalb hat es so lange gedauert und mehrere Überredungsversuche gekostet, bis eine so umfassende Ausstellung seiner Arbeiten verwirklicht werden konnte.

„Vielen Dank deshalb an Thorsten Austermann, der mit viel Liebe und Akribie diese wunderbare Ausstellung vorbereitet hat“, lobte Heinz Hüning, der als Vorsitzender der Sparkassen-Stiftung ein treuer Förderer der regionalen Kunst ist. Und weil Johannes Niemeier selbst Kuratoriumsmitglied der Stiftung ist, weiß auch Hüning seit langem um dessen Schätze, die unbedingt einem großen Publikum gezeigt werden mussten. Dazu zählt unter anderem eine Marienfigur, die die Botschaft des Vatikans in Deutschland erstmals als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat, ebenso wie die Verdienstmedaille der Stadt Rietberg, die Niemeier vor Jahren gestaltet hatte.

DSC_4760„Kunstschaffen ist eine mühevolle Arbeit“, erklärte Dr. Peter Ruhnau mit Blick auf die mehr als 50 Jahre umfassende Schaffenszeit des Künstlers. „Johannes Niemeier hat diesen langen Atem gehabt.“ Mit vier schlichten Sätzen bedankte sich Niemeier für das Lob und die ihm und seinen Exponaten entgegengebrachte Aufmerksamkeit. In Anbetracht seiner Bescheidenheit war dies wohl eine seiner längsten Reden überhaupt.

Noch bis zum 6. September ist die umfassende Ausstellung im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Buchvorstellung, Führungen und Exkursion runden die Ausstellung ab. Mehr dazu auf www.rietberg.de.

Titelbild: Der stellvertretende Bürgermeister Werner Bohnenkamp, Sparkassenstiftungs-Vorsitzender Heinz Hüning, Buchautor Dr. Peter Ruhnau, Rita und Johannes Niemeier sowie Museumsleiter Thorsten Austermann (von links) eröffneten jetzt die neueste Ausstellung »Sakrale Kunst« im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch. Foto: Stadt Rietberg