Mehr als 100 Rietberger zu Besuch in Bad Münstereifel

Mehr als 100 Frauen und Männer aus Rietberg reisten mit zwei Bussen nach Bad Münstereifel.

Mehr als 100 Frauen und Männer aus Rietberg reisten mit zwei Bussen nach Bad Münstereifel. Foto: Stadt Rietberg

Mehr als 100 Rietberger machten sich jüngst auf Einladung der Stadtverwaltung selbst ein Bild von der Einkaufsstadt Bad Münstereifel. Als Deutschlands erstes City-Outlet-Center dient die 18.000-Einwohnerstadt südwestlich von Bonn als Vorbild für die Stadt Rietberg, die ebenfalls Pläne verfolgt ein City-Outlet in der historischen Altstadt einzurichten.

Dabei erkundeten die Rietberger – darunter viele Lokalpolitiker und Einzelhändler – nicht nur die zahlreichen Geschäfte und Outlet-Stores, sondern erfuhren aus erster Hand über die Vor- und Nachteile des City-Outlet-Centers. Wobei ihm Nachteile auch nach längerem Überlegen gar nicht einfielen, so Günter Portz, ein alteingesessener Gastronom in der Stadt. Im Rathaus sprach der Koch und Konditormeister von den anfänglichen Befürchtungen der Bürger, die sich dann aber in Luft aufgelöst hätten. Eine Sorge sei gewesen, der »Geist der Stadt« ginge verloren. „Nein, das ist nicht so. Die Stadt war noch nie in einem so guten Zustand. Viele Häuser wurden liebevoll saniert. Das Amt für Denkmalschutz achtete dabei auf die Einhaltung der Regeln.“ Abends, nach Geschäftsschluss, hätten die Bürger »ihre Stadt« dann wieder für sich allein.

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Foto: Stadt Rietberg

Mit weiteren Vorurteilen räumte Georg Cruse auf. Der Mitinitiator und Investor des City-Outlet-Centers lebt selbst in Bad Münstereifel und erinnerte an die Sorgen der Bürger, dass die neuen Gäste nach kostenfreien Parkplätzen in den Nebenstraßen suchen würden. „Das ist aber nicht der Fall, wie wir heute wissen.“ Dem pflichtete Erika Schulz vom Fachbereich Bauen in der Stadtverwaltung bei: „Unser Parkleitsystem funktioniert gut.“

Auf Nachfrage gab Schulz an, dass sich das City Outlet steuerlich noch nicht bemerkbar mache. Klar, weil es auch gerade erst ein Jahr geöffnet ist. Klar aber sei: Alle Geschäfte verdienen mehr, es wurden etwa 250 neue Arbeitsplätze geschaffen und irgendwann werde sich dies auch in noch unbekanntem Umfang in der Stadtkasse bemerkbar machen.

Im Rathaus beantworteten Gastronom Günter Portz, Einzelhändler André Koenigs, Initiator und Investor Georg Cruse, sowie Erika Schulz vom Fachbereich Bauen in der Stadtverwaltung (von links) bereitwillig alle Fragen von Bürgermeister Andreas Sunder und den Rietberger Gästen.

Im Rathaus beantworteten Gastronom Günter Portz, Einzelhändler André Koenigs, Initiator und Investor Georg Cruse, sowie Erika Schulz vom Fachbereich Bauen in der Stadtverwaltung (von links) bereitwillig alle Fragen von Bürgermeister Andreas Sunder und den Rietberger Gästen.

Auch die Einzelhändler neben den Outlet-Stores profitieren. Das bestätigte den Rietberger Gästen Andi Koenigs. Er betreibt seit zwölf Jahren ein Herrenmodengeschäften in der Stadt, verzeichnete zuletzt eine „Umsatzsteigerung von 20 bis 40 Prozent“. Er ist so zufrieden, dass er nun noch ein zweites Geschäft eröffnen will.

Überhaupt sei es das Miteinander aller Beteiligten, das das Modell City-Outlet-Center zum Erfolg mache. „Eifersüchteleien helfen niemandem weiter“, sagte Günter Portz. Gastronomen, Geschäftsleute und Outlet-Händler sind sich bewusst, dass sie gegenseitig voneinander profitieren. 111 Geschäfte gebe es in der Innenstadt – 25 davon sind Outlet Stores, die etwa 40 Marken anbieten. Die Stadt verlasse sich also keinesfalls auf nur das eine Standbein City-Outlet-Center.

Eindrücke aus der Einkaufsstraße in Bad Münstereifel.

Eindrücke aus der Einkaufsstraße in Bad Münstereifel. Foto: Stadt Rietberg

„Wer garantiert denn, dass das City Outlet auch in zehn Jahren noch erfolgreich ist“, fragte ein Rietberger. „Wir wissen, der Outlet-Markt ist noch lange nicht erschöpft. Die Nachfrage nach Outlets ist weiterhin groß“, antwortete Investor Georg Cruse. „Wir in Bad Münstereifel bieten den Kunden mehr als nur Einkaufen“, verwies Cruse auf die historische Altstadt. „Wer bei uns nicht das richtige Geschäft findet, verlebt aber dennoch keinen verlorenen Tag“, ergänzte Koenigs. Weil eben die historische Innenstadt und die Gastronomie ebenfalls einen Mehrwert bieten.

„Die Stadt Rietberg ist noch schöner und bietet mehr als nur ein Outlet wie in Montabaur oder demnächst vielleicht in Werl“, so Cruse. Und er wusste zu berichten, das wohl mehr als 100 Bürgermeister sich in Bad Münstereifel nach dem Erfolgsmode City Outlet erkundigt hätten. „Von deren Städten sind maximal fünf geeignet, um selbst ein solches City Outlet einzurichten. Und Rietberg gehört definitiv dazu.“