Mastholtes dicke Linde verliert tonnenschweren Arm

Sturmtief Zeljko hat auch in Rietberg einige Schäden angerichtet. An etwa 20 Stellen im Stadtgebiet sind Bäume umgeknickt. In Mastholte wurde am Dienstag ein mehr als dicker Ast aus der über 150 Jahre alten Linde an der Ecke Rietberger Straße/Birkenallee entfernt. Kurzfristig muss der Baum komplett gefällt werden.

Am Brüningsweg sind den Sturmböen am Wochenende drei Birken zum Opfer gefallen, an der Gütersloher Straße ebenfalls. Auch An den Teichwiesen, Am Furlbach in Westerwiehe, am Erlenweg sowie am Basterweg in Varensell sind Bäume umgestürzt.

Linde01In Mastholte hat die ortsbildprägende Linde an der Ecke Rietberger Straße/Birkenallee im Sturm einen dicken Ast verloren. Bei genauerer Überprüfung des Baumes fielen weitere Risse auf. Der Stamm der Linde verzweigt sich in mehrere dicke Arme – Stämmlinge genannt. Und einer davon – mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern und etwa 15 Meter lang – drehte sich bereits leicht im Wind. Ein lautes Knirschen verhieß nichts Gutes. „Die Stabilität dieses etwa acht Tonnen schweren Stämmlings ist nicht mehr gegeben“, urteilte ein extra herbeigerufener Baumsachverständiger. „Definitiv ein Sturmschaden“, sagte Dr. Burkhard Walter und riet dazu, diesen mehr als dicken Ast sofort zu entfernen, bevor er womöglich unkontrolliert abbricht und auf die viel befahrene Rietberger Straße fällt.

Linde03Die Mitarbeiter der Baubetriebsabteilung drangen Dienstagvormittag mit Hilfe der Drehleiter des Feuerwehrlöschzuges Rietberg in die Baumkrone vor. In mehreren Stücken schnitten sie den wackeligen Stamm aus der dichten Baumkrone heraus. Die Polizei regelte währenddessen den Verkehr auf der Rietberger Straße. Bis vor einigen Jahren war diese Linde beim Kreis Gütersloh als Baumdenkmal eingetragen gewesen.

Inzwischen ist klar: Weil einer der dicken Stämmlinge fehlt, hat die Linde insgesamt an Stabilität verloren. Nur mit Hilfe von acht Kronensicherungen, die noch vor wenigen Monaten überprüft und erneuert worden waren, steht die Linde überhaupt so sicher am Straßenrand. Doch auch diese Sicherung hat nun gelitten. „Der Baum ist noch anfälliger für weitere Windböen“, erklärt Dr. Walter und rät: „Der Baum muss nun so schnell wie möglich gefällt werden.“ Das kann schon in wenigen Tagen passieren. Rietbergs Umweltbeauftragter Paul Hölscher findet das „besonders ärgerlich, weil die Linde trotz ihres Alters noch recht gesund ist und ein dichtes Blätterkleid trägt. Aber die Sicherheit der Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer geht vor. Gerade an einer so wichtigen Straße“.