Lagerhalle nach Brand wieder aufgebaut

Den 5. Oktober 2016 werden die Familien Merschbrock und Praest so schnell nicht vergessen: In jener Nacht ist die 2400 Quadratmeter große Lagerhalle, erbaut 1999, die sie gerade für ihre Spedition Heinrich Merschbrock an der Konrad-Adenauer-Straße um einen Anbau erweitert hatten, niedergebrannt. Von dem einst stattlichen Gebäude hatte das Feuer lediglich einen Berg glimmenden Schrott übrig gelassen.

Der Rietberger Architekt Karl-Heinz Stroop, der das Bauvorhaben seinerzeit koordiniert hatte, eilte in jener Nacht wie viele andere auch zum Ort des Geschehens. Was er sah, hätte er sich in seinen schlimmsten Träumen nicht ausmalen können. „Wir waren fast fertig, letzte Arbeiten hätten noch erledigt werden müssen. Und dann brennt monatelange Arbeit in nur einer einzigen Nacht vollständig ab. So etwas tut weh“, schilderte Stroop seine Eindrücke jetzt bei einem Besuch von Bürgermeister Andreas Sunder und Wirtschaftsförderin Renate Pörtner. Der Rathauschef konnte sich ebenfalls gut an den Brand erinnern, denn er war damals ebenfalls vor Ort. „Das war wirklich für alle Beteiligten ein riesiger Schrecken. Ich bin nur froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.“

Heinrich Merschbrock, Inhaber und Gründer der Spedition, Thomas Praest, der die Geschäfte führt, sowie sein Sohn Alexander Praest, der mittlerweile die Lagerleitung übernommen hat, hatten 2016 nicht lange gezögert und die Halle in Rekordzeit wieder aufbauen lassen. „Aktuell planen wir sogar noch einen Anbau“, erläuterte Thomas Praest.

Die Spedition ist ein echtes Familienunternehmen. In Zahlen ausgedrückt: 30 Zugmaschinen, 56 Auflieger, 32 Fahrer, fünf Mitarbeiter im Büro. Zu erkennen sind die Lastwagen der Firma an den typischen Farben Blau und Gelb. Die Erweiterung der Lagerhalle war nötig geworden, weil die Kunden der Spedition laut Thomas Praest zunehmend erwarten, dass Ware nicht nur transportiert, sondern auch gelagert wird. Befördert wird von Neuenkirchen aus alles – außer Lebensmittel und lebende Tiere. In der Halle lagern derzeit ganz unterschiedliche Erzeugnisse von Kunden. „Inzwischen haben wir eine Brandmeldeanlage und einen feuerfesten Bereich, in dem wir unsere Gabelstapler parken – falls es mal zu einem technischen Defekt kommt“, erklärte Thomas Praest.

Dankbar ist die Familie insbesondere dafür, dass die Abwicklung mit der Versicherung damals so reibungslos funktioniert habe. Der Schaden sei vollständig übernommen worden. Wenn Thomas und Alexander Praest (aus betrieblicher Sicht) noch einen Wunsch frei hätten, würden sie sich für weitere Mitarbeiter entscheiden, um den Betrieb weiter auszubauen, denn „es ist leider sehr schwierig geworden, Fahrer zu finden“.

Bild: Hier läuft´s – oder besser hier fährt´s – Die Lagerhalle der Spedition Merschbrock in Neuenkirchen (Hintergrund) ist nach einem Brand vollständig wieder aufgebaut worden. Das Bild zeigt (von links) Bürgermeister Andreas Sunder, den Geschäftsführer Thomas Praest, Projektleiter Alexander Praest, Wirtschaftsförderin Renate Pörtner sowie Architekt Karl-Heinz Stroop. Foto: Stadt Rietberg

Quelle: Stadt Rietberg