Gesamtschule Rietberg: Fünftklässler absolvieren Anti-Mobbing-Training

Wann ist es Streit und ab wann wird ein Streit zum Mobbing? Diesen Unterschied fanden jetzt die Fünftklässler der Gesamtschule Rietberg heraus. Bei einem Anti-Mobbing-Training – angeboten von den Pädagogen der offenen Jugendarbeit im Jugendhaus Südtorschule – festigen die Schüler ihre Einstellung gegen das Drangsalieren, Ärgern und Schikanieren von Mitschülern.

„Beim Streiten geht es meistens um eine Sache, beim Mobbing aber geht es um eine Person“, erklärt Nicky. Und: „Ein Streit geht schnell vorüber. Mobbing dauert viel länger, manchmal über Wochen“, ergänzt der Fünftklässler und Patrick Walkenfort nickt zufrieden. Anscheinend haben die Jungs gut aufgepasst in dem zweitägigen Training.

Für diesen Exkurs haben die Gesamtschüler bewusst den gewohnten Schulraum verlassen und sich im Jugendhaus Südtorschule zusammengesetzt. Auch die Lehrer waren nicht eingeladen. „So können die Schüler unbefangener erzählen und aus sich herausgehen“, erklärt Walkenfort, der als Fachkraft im Jugendhaus Südtorschule täglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat.

Mit Fragerunden, Rollenspielen und Anmoderationen haben Walkenfort und sein Kollege Thomas Müller das Thema Mobbing von allen Seiten beleuchtet. Gemeinsam mit den beiden haben die Schüler die »Treppe der Eskalation« entwickelt und übersichtlich auf Karten an die Wand gepinnt. „Die ersten zwei Stufen der Eskalation sind nicht so schlimm“, erklärt Tim. Natürlich lassen sich Spannungen nie ganz vermeiden.

Aber „wir haben uns vorgenommen, immer auf diesen ersten zwei Stufen zu bleiben“, erklärt Feisol. Damit Unstimmigkeiten eben nicht in eine Prügelei münden – das ist die fünfte Stufe. Was aber tatsächlich Gewalt ist, kann immer nur das Opfer sagen – weil jeder ein anderes Empfinden dafür hat.

Wer Opfer von Mobbing wird, soll sich ruhig verhalten, sich nicht provozieren lassen und Hilfe holen. Kinder und Jugendliche sollen sich an Erwachsene wenden, an die Polizei zum Beispiel und sich immer ihren Eltern anvertrauen. Das raten die Sozialpädagogen. Und das haben die Gesamtschüler verinnerlicht. Auch Zuschauer können Täter sein, sind zumindest Mitläufer. Weil die Schüler dies verstanden haben, hat sich der zweitägige Exkurs auf jeden Fall gelohnt.

Nicht zuletzt ist die Zusammenarbeit mit Schulen auch ein wichtiger Baustein der städtischen Kinder- und Jugendarbeit.

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Gemeinsam mit Patrick Walkenfort (stehend, Vierter von links) und Thomas Müller (stehend, Dritter von rechts) hat diese Gruppe Fünftklässler der Gesamtschule viel erreicht. Und zum Beispiel die »Treppe der Eskalation« verinnerlicht. (Foto: Stadt Rietberg)