Eine Chance für Bokel

Mit großem Rückhalt aus der Bürgerschaft kann Andreas Sunder in die nächste Ratssitzung am 15. März gehen. Dann soll der Stadtrat darüber entscheiden, ob die Stadt das Pfarrzentrum in Bokel von der katholischen Kirche erwirbt. „Das ist eine große Chance, das Haus für unser Dorfleben als zentrale Begegnungsstätte zu erhalten“, so Bürgermeister Sunder in einer gut besuchten Versammlung vor Ort.

Rund 70 Interessierte, die teilweise auch viele Bokeler Vereine repräsentieren, waren zu der offenen Bürgermeistersprechstunde in das Pfarrzentrum gekommen. Die Kirche beabsichtigt, das Pfarrzentrum zu veräußern, denn schon seit geraumer Zeit wird das Gebäude mit seinen insgesamt 700 Quadratmetern Nutzfläche – im Obergeschoss befinden sich zwei Wohnungen – kaum noch für kirchliche Zwecke genutzt. Aber beispielsweise Chöre, Kapellen und Krabbelgruppen sind auf das Haus angewiesen. Mehr als 25 Gruppen sind regelmäßige Nutzer.

Auf große Zustimmung stieß daher Sunders Vorschlag, das Haus zu erwerben und es der Dorfgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Allerdings muss die einen Teil der Verantwortung selbst übernehmen. Analog zu den Bürgerhäusern in Druffel, Mastholte oder Neuenkirchen könnte ein neuer oder ein bestehender Verein die Trägerschaft übernehmen und sich um die Koordinierung der Nutzungszeiten und die Reinigung kümmern. Die Stadt würde die Hälfte der Energiekosten übernehmen, sagte Andreas Sunder zu.

Für Ortsvorsteherin Judith Wulf war es weniger eine Frage des »Ob«, als des »Wie«. Denn schnell waren sich die Bokeler einig, dass sie sich engagieren wollen. „Wir haben jetzt das Heft in der Hand“, sagte beispielsweise Ute Sommer. Und: „Das ist eine Chance für Bokel“. Noch am gleichen Abend fanden sich 13 Freiwillige, die sich mit Vertretern aller Bokeler Vereine und den Nutzern des Hauses zusammensetzen wollen, um gemeinsam ein Konzept für die Zukunft zu überlegen. Dabei sollen insbesondere auch Jugendliche einbezogen werden, so der Wunsch aus der Runde.

Andreas Sunder freut sich, dass die Bokeler Bürger nicht lange überlegten, sondern gleich ihre Bereitschaft signalisierten, sich einzubringen. „Das ist gelebtes Miteinander“, so Sunder begeistert. „Allein die Anwesenheit so vieler Bokeler verdeutlicht, wie sehr allen das Haus im Dorfmittelpunkt am Herzen liegt. Mit diesem Meinungsbild der Bokeler wird es dem Rat leichter fallen, eine Entscheidung zu treffen“, so Sunder.

Bild: Lange war eine offene Bürgermeistersprechstunde in Bokel nicht so gut besucht wie zuletzt, als Bürgermeister Andreas Sunder unter anderem über das Pfarrzentrum diskutieren ließ. Foto: Stadt Rietberg

Quelle: Stadt Rietberg