Dirk Settertobulte aus Neuenkirchen grüßt als Stadtkönig

In einem an Spannung und vor allem Dramatik kaum zu überbietendem  Vogelschießen um die Würde des Rietberger Stadtkönigs, krönte sich der amtierende Schützenkönig der St. Hubertus Schützenbruderschaft Neuenkirchen, Dirk Settetobulte, mit einem gezielten Schuss zum neuen Super-Monarchen im Rietberger Stadtgebiet. Bereits im Vorjahr ging der Titel an Neuenkirchen, als Frank Ostermann in Druffel erfolgreich war. Druffels König Mario Kohl avancierte dabei aber nicht nur zum tragischen Helden, sondern auch zum Stadtkönig der Herzen. 

Genau 132 Schuss benötigten die sieben amtierenden Könige Christian Döinghaus (St. Hubertus Bokel), Mario Kohl (St. Johannes Druffel), Udo Röhr (St. Jakobus Mastholte), Dirk Settetobulte (St. Hubertus Neuenkirchen), Stefan Kay (St. Hubertus Rietberg), Ulrich Humann (St. Benediktus Varensell) und Norbert Mertensmeier (St. Laurentius Westerwiehe), um den wahrlich zähen Adler aus dem Kugelfang auf dem Bokeler Schützenplatz beim „Doppe“ aus dem Nest zu holen. Dieser erwies sich vor allem als tückischer und unberechenbarer Adler, der lange wacker und standhaft hielt.

Früh im Wettkampf ließ der einst so stolze Holzvogel aber schon die ersten Federn. Ulrich Humann sicherte sich mit dem 11. Schuss die Krone, Christian Döinghaus bei seinem Heimspiel den Apfel (18. Schuss) und Mastholtes Monarch Udo Röhr kurze Zeit später das Zepter. Danach schossen die sieben Kontrahenten nur noch rund um die Schraube und lieferten sich so einen packenden Wettkampf, den Ex-Stadtkönig Wigbert Frese gekonnt am Mikrofon kommentierte. Nach den gefallenen Insignien zeigte der Holzadler allerdings kaum eine Regung und ließ Schuss um Schuss auf seinen Rumpf ergehen.

Stadtkönig und „König der Herzen“ liegen nah beieinander

Zwar platzte hier und da immer wieder etwas Holz ab, doch Wirkungstreffer waren zunächst (scheinbar) Fehlanzeige. Und so überraschte es schon, dass die 130. Gewehrladung schon die Entscheidung hätte bringen können: Mario Kohl aus Druffel zielte genau, der Vogel zuckte, sackte in sich zusammen, harrte kurz auf der Schraube aus, ehe er im Sturzflug zu Boden sank. Großer Jubel am Gewehr, riesiger Jubel auf dem Platz – ehe die Schießleiter zurecht den Wettkampf weiter führen ließen. Denn ein vielleicht 20 Zentimeter langer Span hing noch wie ein Uhrzeiger auf sechs Uhr – zum Leidwesen von Mario Kohl, bei dem sich Trauer und Enttäuschung breit machten.

Schützenfest Bokel 2014 - Neues Stadtkönig und König der Herzen

Freud und Leid liegen nah beieinander: Der neue Stadkönig Dirk Settetobulte (l.) nimmt die Glückwünsche vom König der Herzen, Mario Kohl entgegen.

Doch diese Entscheidung musste er nicht nur akzeptieren, sondern sie war völlig richtig. Denn der oftmals zitierte „letzte Rest“ war zwar nicht mehr mit einem Schützenvogel zu vergleichen, und doch war er da und vom gesamten Platz aus zu erkennen. Während die anderen sechs Schützenkönige zunächst den sichtlich enttäuschten Mario Kohl in den Arm nahmen, führte Udo Röhr den Wettkampf fort, zielte aber daneben. Besser machte es Dirk Settertobulte, der mit dem 132. Schuss um 18.53 Uhr dem Wettkampf mit einem gezielten Schuss und anschließendem Jubelschrei ein Ende bereitete.

Grüßen als neues Stadtkönigspaar in Rietberg: Dirk und Claudia Settertobulte.

Grüßen als neues Stadtkönigspaar in Rietberg: Dirk und Claudia Settertobulte.

„Wir haben heute zwei Stadtkönige. Dirk ist der Echte und Mario der Stadkönig der Herzen“, bilanzierte Rietbergs König Stefan Kay nur wenige Sekunden nach dem entscheidenden Schuss. Während ganz Neuenkirchen ausgiebig feierte, durfte Mario Kohl mit gesenktem Kopf zahlreiche Schulterklopfer und aufmunternde Worte entgegen nehmen. Nach 2013 kommt der 26. Stadtkönig der Stadt Rietberg also erneut aus Neuenkirchen – ein Jahr zuvor hatte mit Frank Ostermann bereits der Stadtkönig ein Neuenkirchener Wappen auf der Uniform. Damit überholte Neuenkirchen mit insgesamt vier Titeln die Gilde aus Rietberg. Westerwiehe konnte in den 26. Wettkämpfen bislang noch nie als Sieger hervor gehen.

Marcel Grefer neuer Jungschützenkönig in Bokel

Schützenfest Bokel 2014 - Neuer Jungschützenkönig Marcel GreferKurz nach halb sechs fiel am Sonntag Nachmittag bereits der erste Holzadler aus dem Kugelfang. Nach 138 Schuss hatten die Jungschützen der St. Hubertus Schützenbruderschaft Bokel einen neuen Jungschützenkönig: Der 26-jährige CNC-Fräser Marcel Grefer setzte sich in einem unterhaltsamen Schießen durch und krönte sich zum neuen Nachwuchs-Regenten in Bokel. Er löste damit seinen Vorgänger André Freise, sowie dessen Königin Steffanie Landwehr ab.

Unter großem Jubel trugen seine Brüder den neuen Jungschützenkönig von Bokel ins Festzelt, um die Königskette entgegen zu nehmen. Jungschützenmeister Mario Lücke unterhielt die große Zuschauer-Scharr nicht nur am Mikrofon bei seiner Moderation, sondern stachelte damit auch den ein oder anderen Jungschützen an, vielleicht doch den entscheidenden Schuss zu landen. In der Schlussphase traten vor allem Ex-König Carsten Schulte, Basti Hollenbeck und Andreas Sudahl immer wieder unter die Vogelstange, doch der Sieger hieß Marcel Grefer. Zu seiner Königin erkor er sich Pia Grefer.

Am Montag Morgen wird dann die spannende Frage beantwortet, wer neuer großer König in Bokel wird und damit die Nachfolge von Christian und Anika Döinghausen antritt. Die Proklamation des neuen Königspaares wird gegen 12.45 Uhr erwartet.