Cultura, VoBa-Arena und Progymnasium – Brauchen wir Rietberger die Mehrzweckhalle im Bibeldorf?

In der noch jungen Laufbahn als Bürgermeister von Rietberg, ist das Streitthema „Mehrzweckhalle im Bibeldorf“ für Andreas Sunder ein erster richtiger Härtetest. Die Halle wird von der Stadt mit bezahlt – die Entscheidung wurde aber nicht öffentlich, sondern hinter verschlossenen Türen vom Rat beschlossen. Die Frage bleibt: Brauchen wir Rietberger eine solche Mehrzweckhalle überhaupt? Wir haben mal geschaut, welche Kulturstätten wir zur Zeit schon für das große Kulturprogramm zur Verfügung haben.

Altes Progymnasium

Nicht nur der Name verrät, dass das „Alte Progymnasium“ das älteste aller Kulturstätten in Rietberg. Bereits im 18. Jahrhundert wurde das Progymnasium in der Klosterstraße/Ecke Emsstraße erbaut. Seit mehreren Jahrzehnten dient es jetzt aber nicht dem eigentlich Zweck, sondern vielmehr als Heimat des Standesamtes, der Stadtbücherei und eben als Kulturstätte. Unzählige Kleinkunstveranstaltungen und Lesungen fanden hier bereits statt und werden auch in Zukunft im großen Saal in der ersten Etage stattfinden. Vor allem das gemütliche Ambiente macht das Alte Progymnasium für viele Rietberger zur perfekten Stätte für die zahlreichen Lesungen im kulturig-Programm.


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Cultura Rietberg

Das „Sparkassen-Theater an der Ems“ wurde im Jahr 2008 auf dem Gelände des Schulzentrums in Rietberg gebaut. Zuvor stand sie unter dem damaligen Namen „RheinOperMobil“ (kurz: ROM)  als Übergangslösung für die Restaurierung der Rheinoper in Düsseldorf. Zur Landesgartenschau 2008 kaufte die Stadt dieses Rundtheater, welches dem 1599 direkt an der Themse errichtete Globe-Theatre in London nachempfunden wurde und stellte es in Ems- und Stadtkern-Nähe auf den Schulhof des Schulzentrums.

Bürgermeister Andre Kuper hatte damals vor allem mit Gegenwind der Schulen zu kämpfen. Mit zunächst nicht einkalkulierten Zusatzkosten belief sich die Finanzierung auf gut zwei Millionen Euro. Durch die Nähe zum historischen Stadtkern bekam die Stadt eine Förderung von rund 600.000 Euro.

Die Cultura Rietberg hat ein Fassungsvermögen von bis zu 750 Besuchern. Doch kulturig e.V. verkauft nur sehr selten wirklich dieses Anzahl an Karten, da es einige wenige Plätze gibt, von denen man die Bühne nur schwer sehen kann. Das Rundtheater hat 3 Etagen, sowie einen bestuhlten Innenraum auf Bühnenhöhe und bietet aufgrund der Rundform einen perfekten Blick für alle Rietberger Besucher – die Entferung zur Bühne beträgt vom „ungünstigsten“ Platz lediglich 15 Meter. Heute ist die Cultura Rietberg die wichtigste Kulturstätte in Rietberg, auch wenn sie zu Beginn nur als „Blechbüchse“ belächelt wurde.

Im Jahre 2011 wurde die Cultura renoviert und teils verbessert. So wurde die Höhe des Geländers verringert, um die Sicht der Zuschauer in der Cultura Rietberg zu verbessern. Außerdem wurde der Boden mit Teppich verkleidet und die Beleuchtung erneuert, sowie eine gemütlichere Bestuhlung eingebaut. Aufgrund dieser Baumaßnahmen musste der Verein kulturig e.V. erst vor kurzem die „Zahlungsunfähigkeit“ ausweisen.


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Volksbank-Arena

Im Zuge der Landesgartenschau 2008 wurde auf dem heutigen Gartenschaupark-Gelände eine riesige Open-Air Bühne errichtet, die kurz vor der Eröffnung den Namen „Volksbank-Arena“ erhielt. Die Bühne ist nicht nur großräumig und überdacht, sondern auf dem Runddach, welches zu Seiten auf den Boden ragt, sogar bepflanzt worden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Bühne auch von der Rückseite zu nutzen – die Beleuchtung und Beschallung ist in jedem Fall für beide Seiten optimal ausgelegt.

Als Highlights in der Volksbank-Arena ist für alle Rietberger vor allem das Konzert der Kölner Karnevals-Band „De Höhner“, das Comeback-Konzert des Westerwieher Schlagersstars Anna-Maria Zimmermann und die Ausgaben der Open-Air Montagsmelange im Kopf geblieben. Mit 2500 Steh- und Sitzplätzen ist es optimal geeignet für tolle Konzerte, Veranstaltungen und Comedy-Abende unter freiem Himmel. Die Gastronomie ist bei allen Veranstaltungen mobil einsetzbar. Mit dem Erwerb der Veranstaltungstickets ist kein weitere Parkeintritt zu entrichten.


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Aula im Schulzentrum

Bis zur Landesgartenschau 2008 war die Aula im Schulzentrum in Rietberg die wichtigste Stätte für Kulturveranstaltungen aller Art. Neben den normalen Schulveranstaltungen und einigen Unterrichtsstunden der Musikformationen des Gymnasium Nepomucenum Rietberg, ist es zudem die Heimat der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg. Die Karnevalisten feiern in jedem Jahr ihre beiden großen Sitzungen, sowie die DRK-Senioren-Sitzung in der Schulaula im Schulzentrum. Nach dem Abriss des Kolpinghauses in Rietberg, ist die Aula unter anderem auch der Veranstaltungsort der Generalversammlung der St. Hubertus Schützengilde Rietberg.

Momentan wird die Aula nur noch sehr selten bis garnicht mehr für Kulturveranstaltungen in Rietberg genutzt und dient fast ausschließlich nur noch als Bühne für schulische Veranstaltungen aller Art. Highlights sind in jedem Fall die Orchideen-Schau, die schon mehrere Male in der Schul-Aula durchgeführt und präsentiert wurde. Ebenso wird hier das „Goldene Tor“ der Grafschafler Karnevalisten verliehen.


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Darüber hinaus gibt es noch einige Veranstaltungen, die im Innenhof des Kloster-Traktes oder im Heimathaus, sowie in der Innenstadt und auf der Fläche zwischen Rathaus und Pfarrkirche durchgeführt werden. Ob wir nun noch eine Mehrzweckhalle auf dem Gelände des Bibeldorf brauchen oder nicht, darüber lässt sich bekanntlich streiten. Eins steht in jedem Fall fest: Die Rietberger müssen wohl oder übel damit leben, dass diese Halle gebaut wird, auch wenn man im Vorfeld gerne öffentlich darüber informiert worden wäre. Schauen wir und warten ab, ob sich die Investition in die Halle lohnen wird oder nicht.