Bürgerstiftung Rietberg plant eigenes Trinkwasser der Stadt

„Steter Tropfen – Wasser für Rietberg“ – mit dieser Aktion möchte die Bürgerstiftung Rietberg im kommenden Jahr für ihre Anliegen werben. Das spezielle Nass kommt aus den Quellen des Nordkreises, genau von Marien-Getränke in Borgholzhausen. „Feinperlig und bekömmlich ist dieses Wasser wirklich. Davon haben wir uns jetzt in der Stifterversammlung überzeugen können“, betont Rüdiger Ropinski, Geschäftsführer der Bürgerstiftung nach der Veranstaltung im Refektorium des ehemaligen Franziskanerklosters. „Die Idee für eine solche Aktion ist klasse“, erklärt auch Stiftungsvorsitzender Andreas Sunder und verweist auf das nicht weit entfernte Warendorf. Dort hat bereits ein erster erfolgreicher Testlauf stattgefunden.

„Wir werden in Kürze den Kontakt zu allen Gastronomiebetrieben und Getränkehändlern im Stadtgebiet aufnehmen“, blickt Ropinski auf die kommenden Wochen. „Je mehr sich beteiligen, desto besser für die Stiftung.“ Der Grund liegt auf der Hand: Von jeder verkauften 0,7l Mehrwegflasche wandern 10 Cent in die Kasse der gemeinnützigen Einrichtung, von jeder 0,33l-Flasche fünf Cent. Wenn es nach Vorstand und Kuratorium geht, soll das Mineralwasser mit lokaler Identität bald durch viele Rietberger Kehlen fließen.

„Je mehr, je besser für alle, denn wenn wir unser Stiftungskapital erhöhen können, haben wir auch eine höhere Gewinnausschüttung. Und die kommt bekanntlich allen in unserer Stadt zugute“, so Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder. Die Mitglieder zeigten sich in der Versammlung schon einmal sehr angetan von dieser Idee und votierten für die Kontaktaufnahme mit den Zwischenhändlern, Hotels, Restaurants, Bistros und Cafés in den sieben Stadtteilen.

Bürgermeister Andreas Sunder Kuratoriumsvorsitzende Dr. Annette Weeg und Geschäftsführer Rüdiger Ropinsk

Bürgermeister Andreas Sunder, Kuratoriumsvorsitzende Dr. Annette Weeg und Geschäftsführer Rüdiger Ropinski wollen im kommenden Jahr mit neuen Aktionen mehr Aufmerksamkeit für die Rietberger Bürgerstiftung wecken. Unter anderem soll das Angebot eines Barfußtages, bisher speziell für Kindergärten angelegt, auch auf andere Gruppen ausgeweitet werden. Foto: © Bürgerstiftung Rietberg

Neue Ideen prägen schon seit einiger Zeit die Arbeit der Bürgerstiftung Rietberg, die im Jahr 2003 gegründet worden war. So gab es in 2013 erstmals den „Brunch im Park“ – mit überwältigendem Erfolg. Über 800 Gäste feierten nicht nur den 10jährigen Geburtstag sondern verwandelten die langen Tischreihen im Gartenschaupark Neuenkirchen bei strahlend schönem Wetter auch in ein riesiges individuelles Frühstücksbuffet. In absehbarer Zeit soll es eine Neuauflage geben, „aber nicht in jährlichem Rhythmus, dann geht der Reiz verloren. Zudem ist der Brunch eine sehr vorbereitungsintensive Veranstaltung“; erklärt die Kuratoriumsvorsitzende Dr. Annette Weeg.

Angedacht seien weitere spezielle Thementreffs, „da ist momentan aber noch nichts spruchreif.“ Auch der Barfußpfad, ein Großprojekt der Bürgerstiftung Rietberg seit der NRW-Landesgartenschau 2008, untergebracht im Parkteil Süd, wird dem Kuratorium zufolge im neuen Jahr weitere Belebung erfahren. Der schon traditionelle Barfußtag für die Kindergärten soll erweitert werden um spezielle Aktionsveranstaltungen für Grundschulkinder oder auch Senioren. „Hier sind wir in der Vorplanung, konkrete Termine werden wir zum Frühjahr festlegen“, so Rüdiger Ropinski.

Der Geschäftsführer legte der Versammlung einen umfangreichen Bericht zum Jahr 2012 vor. Demnach wurden im Berichtszeitraum insgesamt 25 Projekte und Maßnahmen mit einer Gesamtsumme von 42.600 Euro gefördert. Die größte Unterstützung erfuhren dabei das Jugendwerk Rietberg mit 8000 Euro für den Bau einer Kunstrasen-Kleinfeld-Sportanlage, das DRK mit 4.500 Euro für die Anschaffung eines Mannschaftswagens, die Emsschule mit 3000 Euro als Projektförderung für den Mitmach Circus Tausendtraum und die Neuenkirchener Schützen mit ebenfalls 3000 Euro für die Errichtung eines Schießstandes im Keller der Alten Volksschule.

Zudem übernahm die Stiftung für 23 Kinder aus bedürftigen Familien die Kosten für die Offene Ganztagsgrundschule im Gesamtwert von 5500 Euro. Weitere eigene Projekte waren die Förderung einer Studentin, die Lehrerfortbildung unter dem Stichwort „Lions-Quest – Erwachsen werden“ und die Ehrenamtskarte. Unterstützung wie in jedem Jahr fanden die Ferienspiele und die Elternschule des Familienzentrums. Das Stiftungskapital belief sich am 31. Dezember 2012 auf rund 1,919 Millionen Euro, 149 Stifter gehören der Gemeinschaft an. Erwirtschaftet wurde ein Überschuss von rund 2500 Euro, der die Rücklage auf 17.208 ansteigen ließ. Aus Mitteln der treuhänderisch verwalteten Paul-Büdding-Stiftung wurden vier Kinder der Martinschule im dortigen Offenen Ganztag gefördert.