Bürgermeister Andreas Sunder besucht AKE Knebel in Neuenkirchen

Sie sorgen dafür, dass andere Firmen überhaupt arbeiten können: die Mitarbeiter des Unternehmens AKE Knebel. Denn sie stellen Werkzeuge für die Holz-, Kunststoff- und teilweise auch die Metallverarbeitung her. Und auch in der Luftfahrt- und Automobilindustrie mischt der Betrieb mit Sitz in Neuenkirchen an der Konrad-Adenauer-Straße seit Kurzem ordentlich mit, wie Bürgermeister Andreas Sunder jetzt bei einem Besuch der Firma erfahren hat.

Fräswerkzeuge sind das tägliche Geschäft von AKE Knebel – zumindest in Rietberg. Im baden-württembergischen Balingen – dem Hauptsitz der Firma – werden Kreissägeblätter produziert. Von den insgesamt 500 Mitarbeitern sind 75 in Rietberg beschäftigt. „Das ist hier ein strategisch günstiger Standort für uns“, betont Produktionsleiter Meinolf Kemper.

Denn zu den Kunden von Knebel zählt auch die Möbelindustrie, und die ist in Ostwestfalen-Lippe sehr stark vertreten. Bedient wird nicht nur, wer neue Werkzeuge braucht, sondern auch, wer bereits welche hat. Das Schärfen der Geräte bietet das Unternehmen ebenfalls an – Vor-Ort-Service inbegriffen.

Gearbeitet wird in der Produktion in zwei Arbeitsschichten, wobei auch ein vollautomatischer Betrieb möglich ist. Die Stärke von AKE Knebel liegt nach Auskunft Meinolf Kempers insbesondere in der Individualität. „Werkzeuge von der Stange produzieren wir hier nicht.“

Daher ist bei der Herstellung der Produkte äußerste Präzision gefragt. Um künftig im Wettbewerb noch besser aufgestellt zu sein, hat das Unternehmen erst kürzlich eine neue Firma gegründet, die sich „C6 Composite Tooling“ nennt. Unter diesem Namen werden Werkzeuge produziert, mit denen Carbon bearbeitet werden kann – eine besondere Herausforderung, denn Carbon ist ein äußerst festes Material.

Potenzielle Kunden sind unter anderem in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie, aber auch in den Bereichen Sport- und Freizeitgeräte oder Windkraftanlagen zu finden.
Stadtoberhaupt Andreas Sunder war bei seiner Betriebsbesichtigung besonders erstaunt darüber, wie filigran und fein die riesigen Maschinen bei AKE Knebel arbeiten – und wie sehr es dabei auf jeden Millimeter ankommt. Denn die kleinste Ungenauigkeit würde dazu führen, dass ein Werkzeug nicht mehr brauchbar wäre.

Um weiterhin höchste Qualität bieten zu können, braucht auch AKE Knebel gute Nachwuchskräfte. Fünf junge Menschen erlernen derzeit den Beruf des Zerspanungsmechanikers. Demnächst bietet die Firma darüber hinaus erstmals ein duales Studium im Bereich Maschinenbau an. Ziel sei es seit jeher, die Auszubildenden später auch in ein festes Arbeitsverhältnis zu übernehmen, sagt Meinolf Kemper.

Hintergrund: Die Firma AKE Knebel ist 1960 von Albert Knebel gegründet worden. 1995 startete der Betrieb in Rietberg. Niederlassungen gibt es nicht nur in Balingen, Prien und Rietberg, sondern auch im Ausland. 2014 hat die Firma den Innovationspreis Mittelstand der baden-württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken gewonnen, und zwar für die Entwicklung eines sehr geräuscharm arbeitenden Kreissägeblatts namens „Super Silent“.

Das Foto zeigt Bürgermeister Andreas Sunder, der von Produktionsleiter Meinolf Kemper durch die Firma geführt wird. (Foto: Stadt Rietberg)