Bürger bauen Radweg entlang der Westerwieher Straße

Ortsvorsteher Detlev Hanemann (Mitte, links) und Bürgermeister Andreas Sunder (Mitte, rechts) haben jetzt gemeinsam mit vielen Westerwieher Bürgern den ersten Spatenstich für den Radweg an der Westerwieher Straße gefeiert. Foto: Stadt Rietberg.

Ortsvorsteher Detlev Hanemann (Mitte, links) und Bürgermeister Andreas Sunder (Mitte, rechts) haben jetzt gemeinsam mit vielen Westerwieher Bürgern den ersten Spatenstich für den Radweg an der Westerwieher Straße gefeiert. Foto: Stadt Rietberg.

Der erste Spatenstich ist gemacht. Bis zum Ende des Jahres entsteht nun der Bürgerradweg in Westerwiehe, ortsauswärts in Richtung Steinhorster Becken. Bürger aus Rietbergs östlichstem Stadtteil leisten in Eigenregie die nötigen Vorarbeiten, ehe in Kürze eine Fachfirma den eigentlichen Radweg baut.

Als erste Maßnahme hat ein Bagger damit begonnen, entlang der Westerwieher Straße die Trasse auszukoffern und den Boden abzutransportieren. Zum Auftakt der Bauarbeiten dankte Bürgermeister Andreas Sunder der Firma Tiefbau Hark von Dirk Ehlers, die das schwere Gerät samt Baggerfahrer Paul Helfthewes zur Verfügung stellte. Einen ebenso großen Dank richtete Andreas Sunder an „eine Handvoll Grundbesitzer, die ihre Flächen zum Bau dieses lang gewünschten Radweges zur Verfügung stellen“. Los ging es jetzt auf dem Grundstück von Franz-Josef Blomberg.

Die Fortführung des Radweges beschäftige ihn schon seine gesamte Amtszeit als Bürgermeister, so Sunder, aber auch die seines Vorgängers. Von der Verfügbarkeit der Flächen ist dieses Projekt abhängig. Das gilt auch für den zweiten Teil des Lückenschlusses. Noch etwa zehn Eigentümer müssen einwilligen, damit der Radweg auf weiteren 1,9 Kilometern entlang der Straße auf ihrem Grund weitergebaut werden könne. Viel Überzeugungsarbeit hatte Ortsvorsteher Detlev Hanemann geleistet, dem Andreas Sunder ebenfalls ein herzliches Dankeschön sagte.

Die Anwesenheit vieler Westerwieher beim symbolischen ersten Spatenstich machte deutlich, wie wichtig den Bürgern die Fortführung des Radweges ist. „Während der ersten Arbeitsstunden haben wir erneut gesehen, wie viel Auto- und Lkw-Verkehr auf der Westerwieher Straße wirklich herrscht“, so Hanemann. „Was wir hier machen ist sinnvoll für alle – ob alt oder jung.“

785 Meter lang ist das erste Teilstück vom Ortsausgang bis zur Einmündung Binnerfeld. In 3,50 Meter Breite und etwa 30 Zentimeter tief tragen die Bürger zwischen Strom-, Wasser- und Telefonleitungen den Oberboden ab. Weiterhin müssen Zäune zurückgebaut und Büsche entfernt werden. Zur Deckung diverser Kosten haben die Bürger in Westerwiehe einen Spendentopf eingerichtet.

Eine Fachfirma wird den eigentlichen Radweg mit einem Schotterunterbau und einer Asphalt-Schicht herstellen. Geplant ist eine Breite von 2,25 Meter mit je einem halben Meter Bankette an beiden Seiten. Teilweise verläuft der Radweg nördlich des Straßengrabens, teils muss dieser verrohrt werden, also unterhalb des Radweges verlaufen. Diese Pläne hatte Diplom-Ingenieur Ralf Düspohl vom Büro Röver in Gütersloh kürzlich in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Auch, das am Ortsausgang eine Querungshilfe errichtet werden soll. Der Übergang sorge für mehr Sicherheit beim Überqueren der Straße und helfe als gestalterisches Element, die Geschwindigkeit der Autos zu reduzieren, die in den Ort hineinfahren.

Weil an diesem Bürgerradweg auch die Bürger mitarbeiten, bekommt die Stadt einen Landeszuschuss von 50 Euro je gebautem Quadratmeter. Mit 128.000 Euro kalkuliert Andreas Sunder. Noch mehr als doppelte an Kosten verbleibt für die Stadtkasse, denn die Abteilung Tiefbau im Rathaus rechnet mit Gesamtkosten von etwa 350.000 Euro. Wenn alles nach Plan verläuft kann der erste Bauabschnitt des Bürgerradweges kurz vor Weihnachten genutzt werden.