Böckstiegel in den Kriegsjahren

Einen Einblick in die Kriegserfahrungen des bekannten Malers Peter August Böckstiegel gibt es am Mittwoch, 23. November, im Alten Progymnasium Rietberg. Dort wird Dr. Helga Schoen aus den Briefen Peter August Böckstiegels an seine Verlobte während des Ersten Weltkrieges lesen. Die ehemalige Tierärztin des Kreises Gütersloh hat rund 500 Briefe des populären Malers aus Werther (1889–1951) , deren Originale im Kreisarchiv Gütersloh liegen, aus dem Sütterlin übersetzt.

Während des Ersten Weltkrieges, den Peter August Böckstiegel in Schlesien, Russland, Rumänien und der Ukraine als Landsturmmann miterlebte, hielt er durch Korrespondenz mit seiner Familie, mit Künstlerkollegen, Galerien und vor allem mit seiner Verlobten Hanna Müller den Kontakt zur Heimat aufrecht. Die Briefe – viele beginnen mit „Meine liebe gute Hanna“ – verraten viel über ihre Beziehung, aber auch seine künstlerische Tätigkeit und persönliche Erfahrungen während der langen Kriegsjahre.

„Böckstiegel und Hanna – ohne beider Wissen oder Einverständnis – so nahe zu kommen, hat mich mitunter erschreckt“, gibt Dr. Schoen offen zu. Als hätte sie verbotenerweise eine Tür geöffnet. Die Entwicklung dieser Beziehung mit den Schwierigkeiten der langen Trennung, mit Eifersucht und Missverständnissen, wird sie am Mittwoch bei der Lesung im Ratssaal anhand einiger Briefe näher beleuchten. Beginn ist um 20 Uhr.

Infos und Karten gibt es für 4,30 Euro ab sofort im Bürgerbüro der Stadt Rietberg – per Telefon (05244) 986-100 oder per E-Mail an kulturig@stadt-rietberg.de – oder für 5 Euro an der Abendkasse.

Bild: Dr. Helga Schoen vor einem Böckstiegel-Bild aus der Nachkriegszeit. Den Brief, den sie in der Hand hält, schrieb der Künstler indes während des ersten Weltkriegs.

Quelle: Stadt Rietberg