Bäume aus Arminia-Park finden neue Standorte im Rietberger Land

Einen alten Baum verpflanzt man nicht – so sagt es der Volksmund. Für junge Exemplare gilt das hingegen nicht. In Rietberg sind diese Woche gleich 15 stattliche Laubträger „umgezogen“. Zehn Hainbuchen und fünf Amberbäume mussten den ehemaligen Arminia-Park im Gartenschaupark Rietberg am Gallenweg verlassen und auf neue Standorte verteilt werden. Für die Stadt Rietberg eine Herausforderung, der sie sich in dieser Form erstmals stellen musste.

Jeder Baum ist etwa acht Meter hoch und fünf Tonnen schwer – bei diesen Dimensionen kommt man mit einem üblichen Lastwagen nicht weit. Josef Brandtönies von der Abteilung Tiefbau der Stadt Rietberg hatte die Federführung der zweitägigen Aktion übernommen und betont: „Eine Verpflanzung von solchen Ausmaßen habe ich in meiner Laufbahn hier noch nicht erlebt.“

In Kooperation mit der Firma Garten- und Landschaftsbau Varnholt aus Gütersloh hatte die Stadtverwaltung für die Zeit der Arbeiten spezielle Fahrzeuge angefordert. Mit einem riesigen Greifarm rupfen sie die Bäume samt Wurzeln aus dem Boden, laden sie direkt auf das Gefährt und hinterlassen pro Baum einen etwa anderthalb Meter tiefen und zweieinhalb Meter breiten Krater im Erdboden. Am neuen Standort funktioniert die Prozedur ähnlich, nur umgekehrt: Der Greifer bohrt ein passgenaues Loch und versenkt anschließend den Baum.

Umpflanzung innerhalb von Rietberg deutlich günstiger als Neuanschaffung

Für die ehemaligen „Arminen“ hat die Stadt Rietberg jeweils passende neue Standorte gefunden: 10 (2 Liquidamber und 8 Hainbuchen) erfreuen nun die Besucher des Spielplatzes am Vossebeinweg in Varensell, 3 Liquidamber stehen am Eingangsbereich Süd der ehemaligen Landesgartenschau und 2 (Hainbuchen) haben im Baugebiet an der Rottwiese in Rietberg eine Heimat gefunden.

Das Verpflanzen ist im Vergleich zur Neubeschaffung eines gleichwertigen Ersatzes wesentlich günstiger. So kostet das Umsetzen aller Exemplare etwa 12.500 Euro, eine Neuanschaffung würde mit 20.500 Euro zu Buche schlagen.

Auf dem Grundstück des Arminia-Parks, der anlässlich der Landesgartenschau 2008 in Rietberg eingerichtet worden war, konnten die Bäume nicht mehr stehen bleiben. Denn das Kleinod für Fußballfreunde mit eigener Bolzanlage existiert nicht mehr. Die Stadt Rietberg hatte das Grundstück am Gallenweg gepachtet. Der Vertrag ist jedoch vom Eigentümer nicht verlängert worden, weil er das Grundstück zwischen dem Klimapark und dem Parkteil Neuenkirchen für eine Bebauung nutzen möchte.

Das Foto zeigt Josef Brandtönies von der Abteilung Tiefbau auf dem Spielplatz in Varensell am Vossebeinweg, wo zehn Bäume ein neues Zuhaus gefunden haben! (Foto: Stadt Rietberg)