Andreas Göke gibt Taktstock der Musikgemeinschaft in jüngere Hände

Wenn langjährige Ehrenamtler ihre Position abgeben, reißt dies meist ein großes Loch – bei Andreas Göke und der Musikgemeinschaft Rietberger Jäger/Musikfreunde Bokel ist das aber anders. Zwar gab Göke den Dirigtenstab an seinen Nachfolger Martin Preisker (28) weiter, bleibt aber weiterhin am Flügel-Horn vertreten. Dass er musikalisch im Ensemble sicherlich genauso wichtig ist, wie mit dem Taktstock in der Hand, demonstrierte Göke bei seinem Abschiedskonzert mit einem beeindruckenden Solo von Frank Sinatras „My Way“.

Insgesamt 32 Jahre engagierte sich Andreas Göke im Vorstand, von denen er 16 Jahre als musikalischer Leiter fungierte. Nur sechs Jahre nach seinem Eintritt (1976), wurde er 1982 nicht nur zum Kapellmeister ernannt, sondern auch 2. Vorsitzender. Nach sieben Jahren als Vize-Chef, wechselte er in die zweite Reihe als Schriftührer. Im Jahre 1998 wurde er Kassierer und musikalischer Leiter und Dirigent – letzteres bis zum Jahr 2014. „Mit Deinen unzähligen Stunden und der vielen Arbeit, die viele nicht sehen können, hast du dir die Wertschätzung weit über die Musikfreunde hinaus geschaffen“, bedankte sich der 1. Vorsitzende Bodo Nittka bei der Verabschiedung.

Stehen Ovationen des Ensembles für Andreas GökeDass die Wertschätzung auf wirklich breiten Flügel gestützt ist, zeigte sich schon zu Beginn des rund zweistündigen Konzertes: Denn die Vereine, bei denen die Rietberger Jäger oder die Musikfreunde Bokel mit Andreas Göke agierten, waren jeweils mit großen Abordnungen im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal der Gaststätte „Bökamp“ in Bokel der Einladung gefolgt, um ihn in seinen Dirigenten-Ruhestand zu schicken. Dass Andreas Göke aber noch lange Jahre Musik machen sollte, dass bewies er nicht nur bei seinem Trompeten-Solo in „Selections“ von Starlight-Express. Kurz nach der Übergabe an seinen Nachfolger, sorgte er mit „My Way“ von Frank Sinatra für Gänsehaut-Stimmung und stehende Ovationen.

Nachfolger Martin Preisker hat es somit sicherlich nicht leicht, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Der 28-jährige, der in Langenberg/Benteler zu Hause ist, trat 1999 als Trompeter ein und avancierte in der vergangenen Zeit zum designierten Nachfolger von Andreas Göke. „Wir sind froh, dass wir den Dirigenten aus den eigenen Reihen stellen können. Bei vielen anderen sind es externe Honorarkräfte“, freute sich Bodo Nittka bei der obligatorischen Übergabe des Taktstocks, um im gleichen Atemzug Andreas Göke zu dessen Überraschung zum „Ehrendirigenten“ zu ernennen.

Übergabe der Urkunde zum Ehrendirigenten an Andreas Göke - rechts VS Bodo Nittka

Nach seiner Verabschiedung als musikalischer Leiter, wurde Andreas Göke (l.) vom 1. Vorsitzenden Bodo Nittka zum Ehrendirigenten der Musikgemeinschaft Rietberger Jäger/Musikfreunde Bokel ernannt.

Voran gegangen war ein Auszug aus den Konzerten der letzten Jahre, mit denen die Musikgemeinschaft Rietberger Jäger/Musikfreunde Bokel bereits mehrfach das Publikum begeisterten. Unter der Überschrift „Music – my way“ lieferten die Musiker einen würdigen Rahmen, mit denen Göke in seiner Position als musikalischer Leiter verabschiedet wurde. „Music symbolisiert dabei Deine Liebe zur Musik. Und Deinen Weg bist Du in jedem Fall gegangen, um die Musikgemeinschaft zu formen“, lobte Nittka den musikalischen Weg Gökes, mit denen er „zwei oder drei Generationen vereinen konnte“.

Auch Moderator Robert Junkerkalefeld, der informativ und humorvoll durch das Programm führte, sparte nicht mit verdienter Lobhudelei. „John Miles sprach in `Music`davon, dass Musik seine letzte Liebe sein wird. Bei Dir wird es nicht die letzte, aber sicherlich eine deiner großen Liebe bleiben“, so Junkerkalefeld, der den Weggefährten und Freunden von Andreas Göke, sowie dessen Liebe zur Musik der Musikgemeinschaft aus der Seele sprach, als er verkündete, das man froh sein kann, „dass Du uns als hervorragender und herausragender Musiker erhalten bleibst und Dein Flügelhorn noch nicht an den berühmten Nagel hängst“. Mit drei Zugaben im Gepäck schlossen die Musiker den berühmten „Koffer voller Musik“ – in der ersten Hälfte mit Andreas Göke als Taktgeber, in der zweiten mit seinem Nachfolger Martin Preisker.